Und des Landl is meins

Sodala. Nun ist es also vollbracht. Die „dritte Säule“ der Tiroler Medieneinöde ist eingeschwärzt. Dazu brauchte es lediglich die „Beförderung“ des bisherigen Leiters der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, also: der Landes-PR-Abteilung, zum Leiter des eilig geschaffenen Posten eines „Kommunikationsbeauftragten für EU, Europa und Makroregion“. An seine Stelle als Leiter der Landes-PR-Abteilung tritt mit 1. Mai der bisherige und vor wenigen Wochen in den Landesdienst übernommene stellvertretende ÖVP-Geschäftsführer Florian Kurzthaler. Dieser Kniff war notwendig gewesen, weil der frei gemachte Posten nur landhausintern ausgeschrieben werden sollte. Und wer im Landesdienst ist, ist im Landesdienst. Aus die Maus. Hört man sich allerdings den Kommentar von Landeshauptmann Günther Platter zu der Causa an, tun sich interessante Fragen auf. Platter meinte dazu nämlich: „Es ist Chefsache, die richtigen Leute am richtigen Platz zu positionieren“. Soso. Ist der bisherige oberste Landes-PR’ler Thomas Schönherr wirklich der Richtige für eine aus dem Boden gestampfte Abteilung „EU, Europa und Makroregion“? Schönherr war offenbar mehr als ein Jahrzehnt der Richtige im Landespressedienst, sein Vertrag wurde erst vor kurzem verlängert. Und jetzt ist er auf einmal der Falsche? Ist der bisherige stellvertretende ÖVP-Geschäftsführer wirklich der Richtige für die Leitung des Pressedienstes? Bitte, er erfüllt ja nicht mal die Hauptanforderung der landhausinternen Ausschreibung nach „mehrjähriger einschlägiger Erfahrung im Medienbereich“. Wäre nicht, wenn schon Ersatz für Schönherr her „muss“, seine bisherige Stellvertreterin die Richtige am richtigen Platz? Sorry, ich vergaß: Die Dame hat kein Parteibuch. Sie wäre damit nach Platter-Diktion „Die Falsche am richtigen Platz. Oder die Richtige am falschen Platz.“ Oder so. Und das geht ja nicht. Ein ehemaliger ÖVP-Landesgeschäftsführer, Helmut Krieghofer, ist Intendant des ORF-Landesstudio Tirol. Ein ehemaliger stellvertretender ÖVP-Landesgeschäftsführer ist Chef der Landes-Presseabteilung. Und für die „TT“ braucht es gar keinen ehemaligen ÖVP-Geschäftsführer. Bleiben die Fragen: Ist Günther Platter ein Falscher...

Das Märchen von Nordkettistan...

Hört zu, ich will euch von einem schönen Land erzählen, der schönsten Gegend auf der ganzen Welt! Wenn du in das Land einreisen möchtest brauchst du keinen Pass und auch kein Visum. Du brauchst nur ein bisschen Geld und ein Auto für deine Familie. An der Grenze musst du viel Schokolade essen. Alle Menschen sind glücklich, dass du kommst. Das Land ist sehr groß und hat viele Berge und Flüsse und viel Natur. Es sieht sehr cool aus. Die Häuser sind groß und hoch mit großen Fenstern und Balkonen und Gärten mit Blumen. Sie sind aus Holz und Glas und es gibt viele moderne Sachen. Jeden Tag singen die Vögel. Jede Familie in diesem Land hat eine große eigene Wohnung, 3 Kühlschränke und 2 Autos. Jede Familie ist frei. Jeder Mensch hat einen Hund und eine Katze, ein Schwimmbad mit Milch und Honig und Geld. Je mehr Freunde ein Mensch hat, desto mehr Geld hat er. Für Miete muss man nicht bezahlen, weil alles da ist. Fürs Einkaufen muss man nicht bezahlen, weil alles gratis ist. Die Menschen in diesem Land sind alle gleich. Sie sind freundlich und sehr nett, groß und interessant. Sie sehen gut aus. Es gibt sehr hübsche Frauen und schöne, sportliche Männer. Sie sind immer höflich. Das Land, von dem ich spreche, heißt Nordkettistan. Ausländer dürfen in Nordkettistan wie die Einheimischen leben. Sie dürfen leben, ohne Ausländer zu sein. Sie dürfen für immer bleiben. Ausländer können die gleichen Rechte haben. Sie können Präsident werden Ausländer müssen sich keine Sorgen über ihre Ausweise machen. Sie müssen sehr gut leben und jede Woche eine Reise und Party machen. Wenn wir in Nordkettistan leben würden, dann wäre jeder Präsident. Wenn wir in Nordkettistan leben würden, könnten wir immer...

Im Zweifel für Amore

Es passiert mir ja ganz selten. So alle fünf Jahre vielleicht. Ich stolpere über irgendeine Band, und weiß nach ein paar Takten – die bleiben mir! Und zugegeben war ich hier fast schon spät dran. Gerade noch erwischte ich vergangenen Winter den letzten Hype Train, Bologna bound, ans Aussteigen war bis jetzt nicht zu denken. Die Band nennt sich Wanda, stammt aus Wien, und ihr im Oktober 2014 veröffentlichtes Album Amore kann man schon als kleinen Befreiungsschlag für die Österreichische Musiklandschaft sehen, ohne dabei gleich die Wiedergeburt des Austropop zu beschwören. „Bologna“, der Opener, erste Single und sowieso schon Gassenhauer besingt eine Liebe, die so unmöglich ist, dass der Zeugungsort der Geliebten als Sehnsuchtssymbol herhalten muss. Das klingt grausig kitschig, kommt in der Umsetzung aber erfrischend frech daher. Das ist Leidenschaft ohne überbordendes Pathos, und charmanter Schmäh statt Hipster-Ironie. Dass die Nummer einer der penetrantesten Ohrwürmer der letzten Jahre ist, schadet natürlich auch nicht. Nun gastierten die Wiener endlich im seit Monaten ausverkauften Weekender. Wanda hat Momentum, das spürt man an der aufgeheizten Stimmung des Publikums schon vor Konzertbeginn. In so familiärem Rahmen (und zum Spottpreis von € 13,60) kommen Wanda-Jünger wohl nichtmehr zusammen. Hier feiert man eine Band, die ihren Durchbruch noch nicht ganz instrumentalisiert hat. Dass sie aber doch längst bereit für die großen Bühnen sind, wird ab dem ersten Stück bewiesen. „Weil ich tausend Wünsche hab‘, obwohl ich gar nichts brauch‘/ist der Thomas in dich verliebt und ich auch“ – „Luzia“ ist up-tempo, man tanzt und singt sich ein. Die Band trägt Landstreicheruniform, zerschlissene Jeans und Lederjacken. Tschick im Mund, Hüftschwung und verschmitztes Dauergrinsen – einstudierte Coolness vielleicht, Imagebewusstsein ganz bestimmt, aber auch die Selbstsicherheit, dass der Plan aufgeht: Wanda funktioniert als Gesamtprodukt. In den folgenden...

Innsbruck mon amour

Viel zu früh von der Alarmanlage eines SUV aus Deutschland geweckt zu werden. Wieder einschlafen. Viel zu wenig später von einer auf dem Gehsteig auf und ab gehenden auf Englisch ins Telefon brüllenden Afrikanerin geweckt zu werden. Wieder einschlafen. Kurz darauf von Kindern, die die türkische Variante von Fangalex spielen, geweckt zu werden. Wieder einschlafen. Sehr kurz darauf vom rassistischen Geschrei einer Nachbarin „Scheiß Dürckckenbagaaasch, Sonntag is!!!!“ geweckt zu werden. Nimmer einschlafen. Dank entgegnendem „He Alte, lass de Kinder in Ruah! Schlaffn kannsch im Grab!!“ einer anderen Nachbarin wieder einschlafen. Schlafen. Wenig später vom Nachbarn nebenan, der Schnitzel für eine Großfamilie klopft, geweckt zu werden. Nimmer schlafen. Aufstehen. Kurz darauf beim Duschen den eigenen Wecker hören. Vermutlich wird so gerade die Nachbarin über mir geweckt. Innsbruck mon amour. Die Kirchenglocken habe ich gar nicht...

David Ostrowski / I want to die forever @ Kunstraum Innsbruck...

Mein Fachwissen im Bereich Kunst mag begrenzt sein, und doch fühle ich mich von ihr immer wieder angezogen. Gerne schleiche ich durch den KunstRaum der Zeit und versuche den Akt des Schaffens zu erfahren. Oftmals spiegeln künstlerische Werke gesellschafltiche oder politische Zustände einer Zeit gut wider. Manchmal beschränkt sich dieser Spiegel auf die Seele des Künstlers. Immer ist es ein kreativer Prozess. Ich bin der Meinung, dass es in der Betrachtung von Kunst nicht primär darum geht in urteilenden Kategorien zu denken. Vielmehr geht es in der Rezeption eines Kunstwerks in den Prozess der Kreativität des Künstlers einzutauchen. Der Versuch liegt darin die Intuition zu erahnen und dabei selbst in diesen meditativen Zustand verwickelt zu werden. Dadurch können sich tiefere Einsichten eröffnen und ein Kunstwerk an Klarheit gewinnen. Insbesondere bei abstrakter Kunst scheiden sich nämlich oftmals die Geister und selbst als Kunstlaie oder gar als Kunstbanause möchte man die Behauptung aufstellen ähnliches kreieren zu können. Doch die Wahrheit liegt tiefer. Im Kunstraum Innsbruck (Maria-Theresien-Strasse 34) konnte ich neulich bei einer kleinen Ausstellung eines Künstlers namens David Ostrowski meditative Erfahrungen machen. Der Titel der Ausstellung „I want to die forever“ verspricht bereits einiges, jedoch Achtung: ABSTRAKT! Lasst euch überraschen, begegnet den Gemälden wie auch dem Leben vorurteilsfrei und taucht ein in die Welt der Abstraktion. p.s.: es wurde nicht gegendert, doch ich liebe euch Frauen! df David Ostrowski I want to die forever 11.4. – 13.6. KUNSTRAUM INNSBRUCK_Maria-Theresien-Strasse 34 EINtritt...

Lust auf eine Partie Postenschach?...

Auf dem Schachbrett: Auf grüner Seite 8 BiobäuerInnen, auf schwarzer Seite 8 Bauernbündler. Ansonsten fast alles, wie bei einem normalen Schach: 4 Türme, 2 Könige, 2 Läufer, 2 Nordic Walker, 2 Pferde, 2 Ponys, 1 Dame und eine Conchita. – die 2 Könige sind auf der schwarzen Seite, weil sie toll groß sind. – die Dame und die Conchita sind auf der grünen Seite. – die beiden Pferde sind schwarz. – die beiden Ponys sind grün. – zwei der vier Türme schauen Herwig van Staa erstaunlich ähnlich, die beiden anderen Türme sind grün und festgeklebt. Alle vier Türme erweisen sich so als unbeweglich. – die Zugehörigkeit der Läufer und Nordic Walker erklärt sich fast von selbst. Auf der Unterseite des Schachbrettes steht: „Grün beginnt, Schwarz gewinnt“. Als einer der grünen Biobauern sein Feld verlässt um das Feld vor ihm zu beackern, wird die grüne Dame von einem schwarzen Läufer gefressen. Entsetzen auf grüner Seite. Spielregelprotest. Schwarz verweist auf jahrzehntelange Gewohnheiten. Grün lenkt ein, weil: „Der Klügere gibt nach“. Schwarzes Pferd von B2 auf G8. Hottehü frisst Pony. Das schwarze Pferd muss auf seinem Weg Haken wie ein Karnickel auf der Flucht schlagen. Entsetzen auf grüner Seite. Spielregelprotest. Es gelte doch, abwechselnd zu spielen und „ein bissi viel herum gesprungen ist das Pferd aber schon“. Schwarz verweist auf jahrzehntelange Gewohnheiten. Grün lenkt ein, weil: „Der Klügere gibt nach“. Es geht in dieser Tonart weiter: Schwarz fällt mit gleich 3 Bauernbund-Figuren über einen grünen Nordic Walker her, die beiden schwarzen Könige machen eine interne Rochade, die sich bei näherer Betrachtung als Schuhplatteln entpuppt, einer der beiden schwarzen Türme frisst das zweite grüne Pony nur mit seinem tödlichen Blick usw. Als nur mehr eine der grünen Schachfiguren auf dem Brett ist, ruft...

Die Grünen schaffen sich ab...

Es geht um eine Geschäftsordnung. Nicht irgendeine. Es geht um die Geschäftsordnung des Tiroler Landtags. Um die Spielregeln, wie etwa Ausschüsse, Antragsstellung und der Landtag an sich funktionieren. Im März 2013 bekam eine Mehrheit im Landtag zu spüren, wie undemokratisch eben jene Spielregeln sein können: Trotz Mehrheit konnte die versammelte Opposition und die aus der Koalition ausgescherte SPÖ keine so genanntes „Rückübertragungsgesetz“ (quasi die „Reparatur“ der verfassungswidrigen Übertragung von Gemeindegrundstücken an eilig gegründete Agrargemeinschaften) beschließen. Obwohl man 20 Abgeordnete aus Grünen, FPÖ, Liste Fritz, Bürgerforum und SPÖ hinter sich wusste. Gegen die 16 ÖVP Mandate der ÖVP war man chancenlos. Weil die Spielregeln undemokratisch waren. Groß war die Aufregung, hell die Empörung. Vor allem bei den Grünen. Die Landtags-Geschäftsordnung sah damals nämlich vor, dass in den Ausschüssen, die dem Landtag zuarbeiten sollen, eine Partei mit knapp 40 Prozent der Wählerstimmen immer mindestens 50 Prozent der Ausschusssitze hat. Konkret: In 11er-Ausschüssen bedeutete das 6 Sitze für die ÖVP, in 8er-Ausschüssen 4 Sitze für die ÖVP. Die ÖVP konnte so alles blockieren, was ihr nicht passte. Das sollte rasch geändert werden. Denn demokratisch ist das ja nun wirklich nicht. Dann kamen die Grünen in die Regierung. Und endlich sollte der Landtag wirklich demokratische Spielregeln bekommen. Man lud die neue Opposition zu Gesprächen, ÖVP und Grüne hörten zu – doch wussten beide das fast Gleiche: Die ÖVP wusste, dass sie die Spielregeln mit den Grünen im Kern nicht ändern will. Die Grünen wussten, dass sie die Spielregeln gegen die ÖVP im Kern nicht ändern können. Nun galt es also, erfinderisch zu sein. Das Gesamtpakt der neuen Geschäftsordnung muss schließlich als Erfolg verkauft werden. Weil: „Grün wirkt“ ja bekanntermaßen. Die Demütigung könnte nicht größer sein – denn die Grünen mussten mittels Presseaussendung am...

Vortrag und Diskussion zur aktuellen Situation in Griechenland...

Griechenland dominiert seit einiger Zeit die Schlagzeilen der Massenmedien. Doch abseits der “Verhandlungen”, erfährt mensch wenig über die eigentliche Situation im Land. Was passiert in Griechenland nach der Wahlen und inwiefern ist eine linke Regierung noch im Kontakt zu den Bewegungen? Wir diskutieren darüber mit Katerina Anastasiou. Katerina Anastasiou ist Aktivistin bei solidarity4all.vienna, eine internationale Gruppe, die sich seit 2012 mit der Krise und ihre Folgen auseinander setzt und über die Situation in Griechenland informiert. Ort: Cafe DeCentral, Hallerstraße 1, 6020 Innsbruck Zeit: Samstag 25. April ab 19:00 von Roland...

Neues vom Rande der Stadt...

„Innsbruck ist gewuchert, an einer Stelle aufgeplatzt.” So beschrieb der ehemalige Jugendbetreuer Marco Nicolussi das Olympische Dorf. Wenn man sich Luftbilder der Stadt Innsbruck ansieht, versteht man, was er meint.“ Diese Sätze sind der Ankündigung für die heutige Premiere des Films Olympisches Dorf – Am Rand der Stadt im LEOKino  Innsbruck entnommen. Der Stadtteil Olympisches Dorf – oder kurz einfach auch O-Dorf genannt, war ja immer wieder Gegenstand auch von Provinnsbruck-Texten und Beiträgen, nicht zuletzt weil es auch dort einiges Sehenswertes wie die schöne Piuskirche – ein markantes Beispiel des modernen Kirchenbaues in Tirol – gibt. Aber auch die bauliche Charakteristik des O-Dorfes, das in den sechziger Jahren, für die Sportler/innen der ersten Innsbrucker olympischen Winterspiele 1964 seine heutige Gestalt bekommen hat, und lange Zeit den Stadtteil als ein Beispiel misslungener Stadtplanung erscheinen ließ, hat durch Neubauten in den neunziger Jahren und dem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends,  gewonnen. Auch die Kunst im Öffentlichen Raum hat in den letzten Jahren ein paar zarte Blüten im O-Dorf getrieben. Etwa die transparenten Säulen mit Texten von Tiroler Autoren,  Kunst zum Nach- und Weiterdenken, oder begrünte Wohnanlagen, und selbst die Liebhaberin oder der Liebhaber  interessanter künstlerischer Fassadengestaltung kann bei einem aufmerksamen Spaziergang durch diesen Stadtteil die eine oder andere Feinheit entdecken. Gespannt dürfen wir daher auf die heute Abend um 19 Uhr im LEOKino stattfindenden Premiere des Filmes OLYMPISCHES DORF – AM RAND DER STADT warten....

Liebe, rote Kecks und Pop’n’Roll...

Schon ein Weilchen her ist die Albumtaufe von „Love.“, dem Debüt der neu formierten Band LoveLoveLove, aber ein Eindruck, der über länger erhalten bleibt, ist vielleicht umso mehr wert. Die drei Jungs der aus Anoroc hervorgegangenen Konstellation – Manuel Eisner (drums), Alexander Oberarzbacher (vocals, bass) und Philipp Osanna (guitar, accordion) – sind Love-Rocker mit der richtigen Brise Pop, Geschichtenerzähler, Stimmungsmacher. Eine ganz besondere Stimmung, schwebend, das Publikum mitnehmend, Leidenschaft in die Luft legend. Die Präsentation ihres ersten Albums Ende März im Stromboli in Hall vereinte laute rockige Töne mit zarter Emotionalität. Eine Wohltat für die Gehörgänge, und damit der Gaumen nicht eifersüchtig wird, gab‘s nicht nur Musik, sondern auch Kekslein. Herzförmige, weiße und rote. Stimmig. So wie die Fangemeinde, die sie vernaschte – in sich stimmig, die neue Formation willkommen-heißend, aber vielleicht noch, mehr als sie zugeben würde, an Anoroc hängend. Es war ein bisschen wie mit Freunden im Wohnzimmer zu sitzen (bzw. rumzustehen), ein Bierle zu kippen, und dazu die Band seines Vertrauens für sich spielen zu lassen. Die Jungs enttäuschen nämlich nie, schon bei den Konzerten ihrer früheren Band wusste man im Vorhinein, was man kriegt. Auch wenn sie sich über die Jahre stetig weiterentwickelten, vor allem mit neuen Shows und Inszenierungen aufwarteten – man wusste, worauf man sich einlässt, konnte sich darauf verlassen, auf die gleiche Art unterhalten zu werden. Man wusste, man wird in bester Gesellschaft sein, man wusste, man wird mitgerissen werden, und wenn nicht, traf man eben den alten Freund an der Bar für ein Schwätzchen. Das besagte „Wohnzimmer“ war das Kulturlabor Stromboli in Hall, das sich ab 21 Uhr nach und nach füllte. Sehr schöne Location, wahrscheinlich noch immer viel zu selten genutzt, für die ganz großen Konzerte. Gemütliche Stimmung und, wie...