Integrationsbär im Alpenzoo...

Der neue Bär im Alpenzoo ist ja gar nicht mehr sooo neu, aber sooo lange gibt’s ihn auch noch nicht als Spielgefährten für den Bären, der überlebt hat.   Als stolze Besitzerin einer Jahreskarte habe ich das Privileg, so oft in den Alpenzoo zu gehen, wie ich will und beobachtete den Integrationsprozess des neuen Braunbärs, liebevoll von mir „Bärli“ genannt. Offensichtlich hatte er zu Beginn Probleme – auf und ab lief er die ganze Zeit, immer dieselbe kurze Strecke am Schaufenster vorbei – sodass ich mir dachte, dass er an einem Deprivationssyndrom leidet – ein Traumabär sozusagen. Der bereits einheimische Bär lag wie die Ruhe selbst in der Nähe und beobachtete den Neuankömmling aus den Augenwinkeln, er fragte sich wahrscheinlich „Hey, wo ist die Gefahr? Wir sind schließlich im Alpenzoo, schau mich an, mir geht’s wirklich gut und ich bin schon viel länger da als du!“. Dieselbe Szene beobachtete ich zwei Wochen hintereinander – es war wie ein „dejá vu“ und ich sorgte mich um den gestressten Neuankömmling. Der ältere Bär wirkte auf mich wie ein erfahrender Psychotherapeut, ein Fels in der Brandung, der geduldig warten kann, bis der heilsame therapeutische Prozess Früchte trägt und sich das Befinden des Gegenübers verbessert und ja – auch ich konnte warten. In der dritten Woche ging ich ohne große Erwartungen, dass sich etwas geändert hat, wieder hin und fand zwei Bären vor, die knuddelnd ineinander verkeilt ihre Kräfte maßen und offensichtlich Spaß miteinander hatten – ich atmete erleichtert auf – die Angst vor der neuen Umgebung war wohl besiegt und mir wurde bewusst, wie sehr sich Bär und Mensch ähneln, auch der Mensch braucht in einer neuen Umgebung zumindest einen weltoffenen Menschen, der ihm hilft sich in einer neuen Lebenssituation zurecht zu...

Stadtteilrelikte – Stalingrad...

Angesichts der Krise um und in der Ukraine, sowie der Neuorientierung bzw. der breiten Politisierung und Ausseinandersetzung mit dem Thema „Russland“ keimen evt. Erinnerungen an den einst legendären, inoffiziellen Stadtteil „Stalingrad“.  Gemeint sind damit eigentlich einzelne Strassenzüge im politischen Stadtteil Amras und umfassen z.b. die Premstraße, Kaufmannstraße und Teile des „Südrings“ (Burgenlandstraße usw.). Stalingrad verdankte seinen Namen einer Lazarettanlage, in welcher viele Verletzte des Russlandfeldzuges (Weltkrieg II) behandelt, oder nach Ende des Krieges nachversorgt wurden. Noch heute findet der Überblickende nördlich des Südringes ein Militärspital, Heerespersonalamt und die Stellungskommission für Wehrpflichtige – die sogenannte „Konradkaserne“. Stalingrad war ein klassischer „Arbeiterbezirk“ und bot in den Nachkriegsjahren erschwinglichen „Substandard“ Wohnraum, weitestgehend im Besitz der Stadt Innsbruck. Jedenfalls war Stalingrad ein sozialer Schmelztigel der alle Schichten der Überlebenden Aufbaugeneration umfasste. Not, Ausgrenzung und andere Faktoren machten Stalingrad zu einem Stadtteil mit eigenen Gesetzen und sein Ruf eilte den Bewohnern voraus. Heute sind die Häuser saniert, oder großflächig durch moderne Wohnanlagen ersetzt. Stalingrad lebt nur noch in Erinnerungen, oder den Erzählungen jener die von Stalingrad auf irgendeine Weise geprägt wurden.   http://www.stadtpotenziale.at/projektarchiv/2014/stalingrad.html (Das Titelbild stammt vom nicht unweit gelegenen „Ostfriedhof“ – sowjetisches Denkmal)  ...

Nachts, September 2014

...

Die Dinge – Konsumkritik am Recyclinghof...

Ein junges Paar, das zwischen den endlosen Möglichkeiten und Verheißungen der Konsumgesellschaft fast zerrieben wird. Ein verrückter Wirtschaftsprofessor, der das Glück finden will. Ein Werbetexter, der seinen Traumjob hinschmeißt. Und der Chor der Marktforschung, der die Warenangebote im Überfluss zu sortieren versucht. Sie alle schlagen sich mit den gleichen Fragen herum: Wie leben wir in einer Welt voller Dinge, ohne die wir nicht mehr auskommen? Wie viele Dinge besitzen wir genau? Und wie lieben wir in einer Zeit, in der alles käuflich scheint, ohne uns selbst zu betrügen? Die Zeitgeist Gruppe lädt auf dem Innsbrucker Recyclinghof in der Rossau ein zu einem Puzzle aus bruchstückhaften Biographien und recycelten Gegenständen, das die (flüchtigen) Glücksversprechen unserer Zeit untersucht. Die Dinge ist eine Theaterperformance, die sich thematisch mit dem Konsumverhalten unserer Wohlstandsgesellschaft auseinandersetzt, mit Sprache und Tanz arbeitet. Das Theaterprojekt orientiert sich am gleichnamigen Roman des französischen Autors Georges Perec. Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Begriff Glück in einer von käuflichen Dingen geprägten Welt. Der Text und das szenische Material für diese Theaterarbeit wurde aus der Romanvorlage, aus Interviews mit Angestellten und NutzerInnen des Recyclinghofs sowie aus Improvisationen mit den SchauspielerInnen und TänzerInnen in der Vorarbeit und im Probenprozess erarbeitet.  Die Arbeitsweise, Theater an einen konkreten Ort zu binden, hat die Zeitgeist Gruppe in ihrer letzten Produktion im April 2013 („Letzte Talfahrt, last descent- Ein Fundbüro der Erinnerungen“) im leerstehenden Gebäude der alten Hungerburgbahntalstation in Innsbruck schon angewendet. Damals wurde der besonderen Charme einer vergangenen Zeit in den Mittelpunkt gerückt. Auch im neuen Projekt steht die Einbindung des Spielortes und des Publikums wieder im Mittelpunkt. Doch diesmal wurde das genaue Gegenteil eines idyllischen Schauplatzes als Spielort gewählt.   TERMINE:  Premiere: Fr, 12.09.2014, 18.00, sowie 20.00 Weitere Vorstellungen: Sa, 13.09.2014, 18.00, sowie 20.00 ...

Diskussionsrunde: LiebeAllerlei...

Die Bäckerei lädt Interessierte und Expert(innen) zur Diskussionsrunde der Veranstaltungsreihe „LiebeAllerlei“ ein. Gemeinsam wollen wir Liebe und Sexualität in all ihren Facetten zum Thema machen – euer Input und eure Mitarbeit sollen zur weiteren Entwicklung der Projektreihe beitragen. Es soll sich ein offenes Format entwickeln, dass sich unter anderem mit Themen wie alternative Beziehungsmodelle, Polyamorie und sexuelle Identität beschäftigen soll. Eine regelmäßige Diskussionsrunde, Impulsvorträge oder künstlerische Auseinandersetzungen mit den Themen – wie sich dieses Format entwickeln soll, ist noch ganz offen. Der erste Schwerpunkt der Reihe wir alternativen Beziehungsformen gwidmet sein. Samstag, 13. September 2014 um 18:00 Uhr in der Bäckerei Eintritt...

Fundbuch: DAS ALTE INNSBRUCK...

Facebook wird immer kommerzieller und langweiliger: Im Prinzip geht es um Marketing, ob nun Produkte von ihren „Fans“ beworben werden oder Egomarketing betrieben wird: „Bewirb dich“ ist das Credo des digitalen Konsumismus. Aber auch im Fadbuch gibt es Fundstücke: Wer die Augen offenhält, kann Facebook-Seiten entdecken, die Kreativität und Liebhaberei verbinden, einem nichts verkaufen wollen und einfach originell sind. Ein Beispiel dafür ist DAS ALTE INNSBRUCK, eine Seite, die regelmäßig historische Stadtansichten veröffentlicht. Aus der Beschreibung Wir „DAS ALTE INNSBRUCK – TEAM“ zeigen euch hier die schönsten historischen Bilder von Innsbruck und seinen Stadtteilen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, auch sonstige historische Ansichten aus dieser Zeit werden hier zu sehen sein! Die von uns gezeigten Fotos und die jeweiligen Infos dazu gibt es nur hier, EXKLUSIV bei FACEBOOK !! (ca. 70% der Fotos wurden von UNS restauriert) Seit Juni 2014 gibt es nun NEUE THEMENBEREICHE wie: „Stadtansichten von Innsbruck und seinen Stadtteilen ab 2014“ oder „Zeitzeugen – Altbauten“ Es kommen in nächster Zeit noch einige neue Themenbereiche dazu wie z.B. „Die Olympischen Winterspiele 1964 & 1976“. Übrigens muss man nicht bei Facebook angemeldet sein, um DAS ALTE INNSBRUCK zu durchstöbern … in dem Sinne: Geschichte wird gemacht – von uns allen nämlich....

HÜHNERQUÄLEREI – SPÖ IST DABEI!...

Auch in der Innsbruck konnte in letzter Zeit immer wieder ein langes Transparent mit der Aufschrift: „Hühnerquälerei – SPÖ ist dabei!“ gesichtet werden.  – und zwar an ganz unterschiedlichen Plätzen. Wenig überraschend natürlich in der Museumstrasse, wo ja bekannterweise wöchentliche Infokundgebungen zu Tierrechten und Veganismus, wie auch zu themenbezogenen bundesweiten Kampagnen stattfinden. Aber z.b. auch vor dem Goldenen Dachl wurde das besagte Transparent entrollt und sogar vor der Parteizentrale der SPÖ in Innsbruck wurde das Transparent schon gesehen. Wie kommt das, und warum ist dem so? Und: hat nicht allein die ÖVP den Ruf, sich prinzipiell auch gegen jegliche Fortschritte im Tierschutz zu stellen? Prinzipiell wohl ja, aber bei diesem Thema scheint es einen Schulterschluss zu geben. Die Tier(aus)nutzungsindustrie, natürlich allen voran die ÖVP, verfolgt seit längerer Zeit das Ziel die Besatzdichte zu erhöhen, um so mehr Tiere auf weniger Platz unterbringen zu können. – aus reinen Profitgründen versteht sich. Für die eingesperrten Tiere bedeutet das natürlich eine riesen Verschlechterung, der ohnehin schlechten Zustände. …und zwar, damit noch billigeres Hühnerfleisch „produziert“ werden kann. „Tierschutzminister“ Alois Stöger will diese geplante Verschlechterung offenbar unterstützen und die Besatzdichte von 30 kg/m2 auf 38 kg/m2 erhöhen. Tierschutz ist seit 2013 in der österreichischen Verfassung als Staatsziel verankert! Seit 20 Jahren ist die Besatzdichte von sog. „Mastgeflügel“ auf 30 kg/m2 festgelegt! Jetzt soll es 2014 statt einer Verbesserung zu einer Verschlechterung dieses eh schon sehr geringen Standarts durch Alois Stöger kommen???   Dazu Chris Moser, der neben seiner künstlerischen Arbeit bekannterweise auch als VGT (Verein gegen Tierfabriken)  Kampagnenkoordinator für Tirol fungiert: „ … Schlussendlich will ich natürlich leere Käfige, und keine kleineren, oder weniger dicht besetzte. Und eine Erhöhung von Besatzdichten ist natürlich ein Schritt in die völlig falsche Richtung. …. und zwar auf...

„Flucht im Blick“ am Langen Tag der Flucht...

Heuer bereits zum dritten Mal organisiert UNHCR – das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen – den „Langen Tag der Flucht“. In ganz Österreich laden eine Vielzahl an Veranstaltungen rund um die Themen Flucht und Asyl zum Mitmachen, Zuhören, Diskutieren, Zusehen und Feiern ein. In Innsbruck organisieren der Diakonie Flüchtlingsdienst, das Haus der Begegnung, die Fachabteilung „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe des Landes Tirol, Fluchtpunkt, die Plattform Rechtsberatung – FÜR MENSCHEN RECHTE gemeinsam mit geflüchteten Menschen ein Begegnungstreffen in der Kulturbackstube Bäckerei. Das Begegnungstreffen steht im Zeichen von Flucht und Kunst. Es werden unter anderem Fotografien, Kunstwerke und eine Installation von Mamadou Ba, KünstlerInnen von shawarts, Tamim Photographer und weiteren KünstlerInnen ausgestellt. Die Kunstwerke laden dazu ein die Themen Flucht und Asyl aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zudem sowohl mit VertreterInnen von Flüchtlingseinrichtungen als auch mit den KünstlerInnen in Kontakt und Interaktion zu treten.   „Flucht im Blick“ am Langen Tag der Flucht am 26. September von 13:00 – 17:00 in der Bäckerei Kulturbackstube. Eintritt: frei Weitere Informationen zur Veranstaltung findet ihr unter auf der Website der Plattform Rechtsberatung und in Facebook.  Text: Katharina...

Honey, ich bin frisch rasiert!...

Der Club Aftershave kehrt am 5. September zurück aus der Sommerpause und das auch noch frisch rasiert. In den Sommermonaten, in denen die treuen Clubbesucher woanders ausharren mussten, haben die Mitarbeiter und Freunde des Szene-Clubs nicht faul am Sofa gechillt sondern dem Club manch neues Upgrade verpasst. Yeah, endlich ist die Sommerpause vorbei und der Szene-Club „Aftershave“ öffnet seine Türen wieder. Es hat sich etwas verändert im Club, soviel sei verraten. Farben kamen zum Einsatz und ein gigantisches Opening-Weekend steht ins Haus. Am 5. September. geht’s los mit „New Wave Of Indie Dance feat. Maximo Park (UK) gefolgt von der „Nowheretrax Launch Party“ am 6. September mit French Fries (Paris). Für alle die den urbanen Club der Stadt noch nicht kennen, das Aftershave ist ein Ort für Leute die den Mainstream-Lokalen den Rücken zukehren. Kommerz-Musik findet man hier nicht und auch das Ambiente ist weit entfernt von Glam & Champagner. Wer also gerne zu Techno tanzt und dabei Graffiti-Art bestaunen will, soll dem Aftershave einen Besuch abstatten. Neben elektronischer Musik gibt’s in ausgewählten Nächten Reggae-Dancehall, Indie-Rock und Hip-Hop auf die Ohren. Mehr Infos? Hier entlang: Facebook-Page Opening-Weekend   Gebloggt von CHRISTOPH...

Kriegt die Ferrariwiese die Kurve?...

Sie ist eine jener Wiesen, die sich mautflüchtigen BenützerInnen der Brennerbundesstraße ins Gedächtnis brennt. Oder in die Magenschleimhaut. Auf dem Weg zum Nudel Einkaufen in Sterzing (scusi: Vipiteno) nimmt das Übel des einem übel Werdens meist noch in Bergiselnähe, sprich: bei der laaaanggezogenen Kehre rund um die Ferrariwiese seinen Ausgang. 40-50 Kurven später, meist noch vor Matrei, sieht man dann seine innersten Werte, auf die es ja angeblich ankommt. Vor allem, wenn man Kind ist. Wen wundert’s, dass etwa ich selbst Jahre später gleich zwei Mal eine Schulklasse wiederholen durfte, weil ich in der mathematischen Kurvendiskussion furios versagt hatte. Doch die Ferrariwiese zu Füßen das Bergisel kann mehr als Traumata verursachen. Und sie ist mehr. Auch wenn sie längst nicht mehr ist, was sie einmal war. Ich zum Beispiel lernte dort als kleiner Knirps das Skispringen. Relativ weit oben links, Richtung Ende der Ferrarikurve, bauten wir unter Anleitung unseres Trainers eine kleine Schanze. Die Enden unserer Skier mussten, um genügend Anlauf zu haben, beinahe die Gleise der „Stubaier“ berühren. Und so gab es auch immer zwei „Stubaier-Warte“, die bei herannahender Straßenbahn die Schanze sperrten. Es war aufregend und vermutlich würde man dem Trainer heutzutage mindestens eine Fußfessel verpassen (was bei einem Skispringer in der Luft fatal enden kann). Generationen vor und Generationen nach mir erlernten dort das Skispringen. Andere das Skifahren. Die allermeisten wurden von ihren Eltern den Hang rauf und runter gejagt, damit es am Abend kein Ins-Bett-geh-Drama geben würde. Die Diskussion rund um die Ferrariwiese als möglicher Standort einer Deponie für so genannten „Bodenaushub“ ist neben der nostalgischen und natürschützerischen aber eben auch eine ästhetische Debatte: Sollen Innsbruck-UrlauberInnen tatsächlich als „Willkommen in Innsbruck!“ eine Bodenaushubdeponie zu sehen bekommen? (Man erinnere sich an die Filmszene aus „Wie im...