Die fit 4 future-Tomaten oder: Zurück in die Zukunft...

Vergesst Horoskope, spart euch das Geld für Hellseherinnen, würgt den Kaffeesud einfach runter. Wer wissen will, was die Zukunft bringen wird, ist beim Lebensmitteldiskonter Billa bestens aufgehoben. Neu im Sortiment ist die „Zurück in die Zukunft“-Tomate. Abgepackt am 24. August 2014 ist sie schon heute erhältlich. Nicht nur für Billa-Vorteilsclub-Mitglieder. Und das auch noch „ressourcenschonend angebaut“ und nach kontrolliertem sozialen Standard. Uff. Da dürfen die fit-for-future-Paradeiser schon auch ressourcenvernichtend in der Kartonschale und cellophanumwickelt feil geboten werden. Und in der Milchprodukteabteilung wirkt und werkt doch tatsächlich ein Knabe, der Michael J. Fox zum Verwechseln ähnlich sieht. Gegenwart trifft science fiction. Um 1,99 EUR bei Billa in der Museumstraße in...

Von ihrer Anmut

Von ihrer Anmut der Raum wird weit und selbst die Schatten scheinen scheu   Weich wird es in mir wenn sie mich anblickt erhellt mich ihre sanfte Anmut   Mir wird so eigenartig wesentlich wenn sie zu mir spricht als ob ein alter Schmerz zerbricht   Mein Mädchen, sie ist eine Weide ihre Zuneigung verwöhnt mich wie bestaune ich ihr zartes und lichtvolles Wesen   Still danke ich dem Universum dass ich ihr begegnen...

Zwischennutzung statt Leerstand?...

Aus dem temporären Stadtteilzentrum Anpruggen ist ja nichts geworden, aber es hat den zweiten Platz bei dem Bewerb „Guten Tag Innsbruck“ ergattert, was eine Wertschätzung der Idee ist (zur Erinnerung: http://provinnsbruck.at/allgemein/temporaeres-stadtteilzentrum-anpruggen/). Die Idee war, die Fläche und die Gebäude in der Mariahilfstraße 1 zu nutzen, bis die Bauarbeiten für das neue Wohnhaus beginnen. Die alte Schmiede und das alte Gasthaus wurden mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht, dieser dient inzwischen der „Zwischennutzung“ für die Einkaufswägen eines Obdachlosen, der einen geschützten Platz für seine Habseligkeiten braucht, bis die Bauarbeiten beginnen, wenigstens einer, der die leere Fläche bisher glücklicherweise unbehelligt „zwischennutzt“. Es ist zu hoffen, dass von der Idee der Gründung eines Stadtteilzentrums zumindest der Gedanke übrig bleibt. Zwischennutzung könnte in Innsbruck mehr Akzeptanz erfahren. Beispielsweise haben es Künstler_innen schwer, in Innsbruck Räumlichkeiten zu finden, wo sie arbeiten können, ohne viel Miete zu zahlen und sind im Winter, wenn es gar nicht anders geht, mit einem Holzofen zum Heizen zufrieden, nur um einen Raum zu haben, in dem sie an ihren Projekten arbeiten können. Kurzzeitmietverträge abzuschließen ist ja kein Problem. Wer mit offenen Augen durch Innsbruck geht, wird viel Leerstand entdecken, mir fallen bei diversen Spaziergängen z.B. in Hötting und St. Nikolaus (sicher nicht nur in diesen Stadtteilen) viele alte Häuser auf, die unbewohnt und auch keine Instandhaltungsmaßnahmen ersichtlich sind. Vielleicht lassen sich ja künftig manche Immobilienbesitzer_innen dazu erweichen, leerstehende Räumlichkeiten zur Zwischennutzung oder auch für länger zur Verfügung zu stellen und sie in der Tiroler Tageszeitung oder auf der ÖH-Homepage auszuschreiben, anstatt den Leerstand zu fördern, wer weiß. Es gäbe auch die Möglichkeit zumindest verwilderte Gärten beleben zu...

Nicht’bruck: 5

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 5 Der Straße, die keine war, sind wir mit dem Auto lange gefolgt, wieder einmal hinaus aus der Welt, über Stock und Stein mit Müh und Not, und haben schließlich dieses Ufer erreicht, das keines ist. Die Hitze des Tages hat sich noch nicht gelegt; allerlei Getier surrt durch die Luft. Die Ruine, an der die Straße endet, bröckelt in der Abendstille langsam vor sich hin. Knallbunte Salamander verstecken sich in ihren schattigen Klüften. Winzige Wellen schwappen plätschernd über meine Füße. Zwei Zigaretten glimmen. Wir müssen bald hier weg, nach Süden. Ich mache das...

Neue Fassadengestaltung für das Alte Landhaus...

Und noch eine Fassadenrenovierung stößt dem aufmerksamen Fußgänger diese Tage in Innsbruck auf. Fragte ich mich kürzlich, wieso die doch noch völlig intakte Fassade der BTV schon wieder neu gemalt wird – und glaube mich damit nicht allein – so ist es diesmal die Fassade des Alten Landhauses, einem schönen barocken Bau von Georg Anton Gumpp, die erst vor Kurzem einen neuen Anstrich erhalten hat. So weit so gut. Wieso jedoch die aus rotem Nagelfluh bestehenden Pilaster des Mittelrisalits ebenso gelb angemalt wurden wie der Rest der Fassade, womit sie ihre Funktion als gliederndes Element der Fassade verloren haben, finde ich doch etwas befremdend. Immerhin hat diese Tatsache einen wohl um die Schönheit der Stadt besorgten Bürger namens Dr. Christoph Angerer vor einigen Tagen dazu bewogen, eine bezahlte Anzeige in der Tageszeitung DER STANDARD zu schalten, in der er eben diesen Umstand zu Sprache bringt. Christoph Angerer fordert in seiner Anzeige unter anderem auch das Kunsthistorische Institut der Universität auf, sich hier einzubringen, um hier „noch Schlimmeres zu verhüten.“   Interessant ist ja die Tatsache, dass die Auffassungen über die Renovierung historischer Bauten sich ja von Jahrhundert zu Jahrhundert unterschieden haben So hatte man im Barock gotische Kirchen barockisiert, was nicht immer gut gegangen ist, und im ausgehenden Neunzehnten Jahrhundert einige von ihnen wieder regotisiert. Was nun die Verputzung und Bemalung der Pilaster der Landhausfassade anbelangt, so wäre interessant, ob es frühere Abbildungen dieses  Bauwerks gibt, die einen Zustand zeigen, der die jetzige Veränderung rechtfertigen würde. Immerhin steht vor der Fassade des Alten Landhauses ja noch ein Gerüst, was heißt, das hier noch weiter gearbeitet wird. Also besinnt man sich vielleicht doch noch einer besseren Lösung für doch eines der schönsten öffentlichen Gebäude der Stadt Innsbruck. Unteres Foto aus...

Schwarzmarkt des (nützlichen) Wissens...

Schwarzmarkt des (nützlichen) Wissens Transition – Wandel für eine lebenswerte Zukunft Für alle Neugierigen und Wissenshungrigen bietet die Initiative Transition Tirol – Innsbruck im Wandel (www.transition-tirol.net) am Samstag, den 27. September von 17 – 20 Uhr den ‚Schwarzmarkt‘ des (nützlichen) Wissens im Haus der Begegnung (Rennweg 12). Unter dem Motto „Du weißt etwas, was ich nicht weiß“ wird dort Wissen geteilt, erweitert und vermehrt. Denn es gibt viele Personen und Initiativen, die für eine lebenswerte Zukunft eintreten und bestehende Handlungsspielräume nutzen, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen. Und somit auch viele Menschen, die wissen. Ziel des Wissens-Marktes ist es, einen Raum für den Austausch von lokalem Wissen zu schaffen. An Einzeltischen stehen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen, die für die Transition Bewegung relevant sind – aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Initiativen, Kirchen mit ihrem Knowhow zur Verfügung, die von Teilnehmer/innen für 20 Minuten exklusiv zum Wissensaustausch gebucht werden können. Face-to-face – sehr persönlich und auf den Erfahrungshorizont des/r jeweiligen Gesprächspartner/in bezogen. Die Methode des Schwarzmarktes geht davon aus, dass die Teilnehmer/innen einer Veranstaltung selbst Wissensträger/innen sind. Sie bringen themenbezogen und differenziertes Knowhow mit. Partielles (Spezial-)Wissen wird beim Schwarzmarkt potentiellen Nutzer/innen zur Verfügung gestellt. Und da die jeweiligen Gespräche im öffentlichen Raum des Marktplatzes stattfinden, können auch Zuhörer/innen und Beobachter/innen vom Wissenstransfer profitieren, ohne jedoch aktiv eingreifen und mitdiskutieren zu können. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt, was durch die Wissensvermehrung auf dem Marktplatz entsteht …   Mehr Informationen (ab September) hier...

FÖHNFEST: Plattform-Tage für InterakteurInnen...

FÖHNFEST: Plattform-Tage für InterakteurInnen Aufwind für Vernetzung und Partizipation in Kunst und Kultur Mit dem FÖHNFEST ist eine multimediale Veranstaltungswoche im Oktober 2014 geplant, die von Kunstschaffenden und KulturvermittlerInnen als inter-aktive Kommunikationsplattform genutzt und im Zuge dessen (weiter-)entwickelt werden soll. Ziel ist es, den kreativen AkteurInnen aus unterschiedlichsten Sparten einen zur Gestaltung offenen Raum anzubieten (im Kalender und in der Kulturbackstube – zeitlich und räumlich), in dem sie nicht nur ihre Arbeiten „präsentieren“ können, sondern auch eigene Veranstaltungs- oder Projektkonzepte umsetzenund neue Kontakte knüpfen. Möglich ist alles von der Theaterperformance über den Diskussionsabend bis hin zum kreativen Workshop – selbst entwickelte Formate sind erwünscht und auch Veranstaltungen für unsere jüngsten Gäste sind gefragt. Besonderes Interesse gilt Projekten, deren Konzept sich inhaltlich oder formal mit Partizipation auseinandersetzt und durch die die Kommunikation und die Interaktion während des Festivals gefördert werden. Der ausgehende Open Call wird sowohl öffentlich, als auch über Partnerorganisationen ausgeschrieben und soll sich besonders an jene AkteurInnen richten, die bei der Entwicklung ihrer Projekte selbst Hand anlegen möchten und die an anderer Stelle keinen Raum finden. Die Bäckerei – Kulturbackstube bietet den idealen Rahmen für die Vorhaben und ihr Team wird in engster Zusammenarbeit mit dem Verein CopyCats die Teilnehmenden bei der Umsetzung und Vernetzung der Projekte unterstützen. Der Open Space soll dabei Hand in Hand gehen mit dem Open Source-Prinzip: über den Austausch von manifestem Material, Technik, Raum und Arbeitskraft hinausgehend, wird auch eine Plattform für den Austausch von Informationen und digitalem Material vorhanden sein, die bereits im Vorfeld und noch im Anschluss an die Veranstaltungstage von jedem und jeder eingesehen und genutzt werden kann und soll: so können Methoden und Ideen von vielen AkteurInnen geteilt und in der Folge (weiter) entwickelt und umgesetzt werden. Das Konzept...

Die Gitti und das „Gleim“...

Ein Lichtblick im Stadtteil Mariahilf ist ein neues kleines und feines Lokal in der Mariahilfstraße 26, das „Gleim“, eröffnet von Brigitte Singer alias “Gitti“, die ihr Lokal mit Unterstützung von Helferleins und viel Tat- und Muskelkraft selbst ausgemalt und eingerichtet hat. Ihrer Kreativität, den kleinen Raum optimal zu nutzen und ästhetisch zu gestalten, hat sie dabei freien Lauf gelassen hat, wie z.B. der an die Wand montierte Klappstuhl – bei Bedarf  als Bartisch zu verwenden –  demonstriert.   Das „Gleim“ brilliert mit leckerem Selbstgemachten: Crêpes, Kuchen, Shakes… zu feinen Preisen. Nicht zu vergessen: Frühstücken kann man dort auch und zwar Frühstückscrêpe mit Spiegelei, Schinken und Käse oder Frühstück mit Brot, Butter, selbstgemachter Marmelade und einem Getränk. Außerdem gibt es natürlich Kaffeespezialitäten und Bier zu günstigen Preisen. Hervorzuheben ist, dass das Gemüse, das für die diversen Snacks zum Einsatz kommt, aus eigenen und fremden Gärten stammt (es wurde natürlich um Erlaubnis gefragt, es zu entfernen oder wird ins Haus geliefert). Seit ein paar Tagen gibt es sogar schon einen Gastgarten, Gitti berichtete, dass es nicht lange gedauert hat, bis die Stadt ihr die Genehmigung dafür erteilt hat, da die Wartezeit bis zu drei Jahre betragen kann, danke! Weiter so. Gitti, viel Erfolg und weiterhin ein so buntes Publikum wie bisher! „Gleim“, Mariahilfstraße 26, Öffnungszeiten Mo-Fr 7:30 – 14:00 und 17:00 –...

Verborgene Relikte – Die Fassade der Hoffnung...

Die Trennung von Kirche und Staat ist ein Grundanliegen moderner Politik.  Trotzdem gibt es immer wieder Berührungs- und Schnittpunkte die zuweilen beängstigend, manchmal traurig, aber auch metaphorisch, humorvoll und interessant sein können. Eine besondere Metaphorik finden StadtbesichtigerInnen im Innenhof des alten Landhauses. Wagt mensch den Blick durch die schweren Holztüren auf Höhe Leopoldstraße, eröffnet sich die Aussenfassade der „Georgskapelle“. In vier Nischen od. Erker finden 4 Skulpturen ihre Heimstatt welche zusammen die „Fassade der Hoffnung“ bilden.  Hoffnung können wir alle gebrauchen – sowohl der aktive Poltiker, wie auch jene die für welche Politik gedacht und gemacht wird – sogenannte BürgerInnen. Die Fassade der Hoffnung InteressentInnen erfahren anhand einer Tafel, dass es sich um eine Leihgabe des Land Südtirol handelt, genauer um ein bildhauerisches Werk von Lois Anvidalfarei (Südtirol,1962). Die äußerst eindringlichen und Überlebensgroßen Skulpturen sollen den Kampf des Guten mit dem Bösen darstellen und die Legende vom Hl. Georg, der den bösen Drachen besiegte, ebenso bildhaft inspirieren. Allerdings handelt es sich nicht um Legendenhafte Szenendarstellungen, sondern vielmehr um Studien des nackten Egozentrikers im Angesicht des Guten, wie Bösen und zentriert den Blick vollkommen auf das Individuum. Die vier Darstellungen tragen die Titel: „Das Entsetzen über das Böse“ „Die Segnung“ „Das haltlose Böse“ „Die Bekehrung Natürlich stellt sich dem Betrachter die Frage ob Politik nun das Böse selbst ist, oder uns vor diesem bewahrt – und ob eine Umkehr ebenso jederzeit möglich ist? Doch was ist überhaupt das vermeintlich „Gute“? Die philosophische Penetranz, gepaart mit dem Standort ist jedenfalls einen Abstecher wert – und sei es nur um einen überdimensionalen Bronzearsch inmitten der Innsbrucker Hauptstraße bewundern zu können! 😉 Text&Bilder: Eigenproduktionen Martin K....

Nicht’bruck: 4

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 4 Vor einer Stunde war unser Bürotag zu Ende, in dem weiten Tal auf der anderen Seite der nahen Berge, in dem sich dieses schier endlose Raster aus Businessparks, Hotels und Restaurants ausbreitet, gleich einer absurd großen Rossau. Wir steigen aus dem ebenfalls absurd großen Auto. Nie werde ich mich daran gewöhnen. Von der Straße weg stapfen wir durch den Sand, überqueren verrostete alte Schienen und zertrampeln dabei kniehohes, holzig-zähes Riedgras. Die steife Brise von der See herein will uns vertreiben. Gelingt ihr nicht, obwohl es März ist und jackenkühl. Der Wind und das Donnern der Brandung bilden eine Geräuschkulisse, die nichts anderes mehr zulässt, die Unterhaltung auf das Notwendigste reduziert. Die Luft ist klar und voller Farben, Salz und Frische. Die Schuhe sandig und voller Sand, Sand und Sand. Niemand sonst ist hier. Ich mache das...