Medien in der Postdemokratie – Vorträge und Diskussion...

Mit gleich drei interessanten Vorträgen widmet sich die FREIRAD-Lehrredaktion dem hochaktuellen Thema: Welche Rolle übernehmen die Medien in einer Zeit, in der politische Entscheidungen immer intransparenter werden und sich vielfach Lethargie breitmacht? Wer Medien nicht einfach passiv konsumieren möchte, sondern selbst aktiv werden will, ist bei FREIRAD jedenfalls immer richtig. Medien in der Postdemokratie 3 Vorträge mit Diskussion Österreichische Medienlandschaft und Presserat Astrid Zimmermann, Generalsekretärin des Presseclubs Concordia und Präsidentin des Österreichischen Presserats Auswirkungen von Social-Media auf politische Partizipation und auf das traditionelle Medium Radio Josef Seethaler & Maren Beaufort, Österreichische Akademie der Wissenschaften Politisch engagierte Radioarbeit Jessica Zeller & Darius Ossami, onda – Nachrichtenpool Lateinamerika e. V., Berlin Veranstaltungsort aut. Archtektur und tirol Lois Welzenbacher Platz 1 im Adambräu, Innsbruck Freitag 23. Mai 2014 18:30 bis ca 22:00 Uhr Danach gibt’s einen kleinen Umtrunk Eine Veranstaltung im Rahmen der FREIRAD-Lehrredaktion Radiojournalismus...

KUNST WERK SPRACHE

Deutsch zu lernen bedeutet für MigrantInnen in Österreich immer auch, sich mit der Geschichte und Kultur der neuen Lebensumgebung auseinanderzusetzen. Deshalb ist die sogenannte „Landeskunde“ ein wesentlicher Bestandteil aller Deutschkurse. Im Caritas Integrationshaus findet seit Jänner 2014 ein Deutschkurs speziell für Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren statt, die teilweise durch Flucht, teilweise aber auch durch Familiennachzug nach Österreich gekommen sind. Anstatt mit ihnen in trockenen Einheiten im Klassenzimmer Landeskunde zu pauken, wollten wir wissen, wie die Jugendlichen selbst ihre neue Heimat sehen. Was denken sie über Innsbruck? Wie fühlen sie sich hier? An welchen Orten treiben sie sich am liebsten herum? Aus dieser Idee ist eine von kulturimpuls Tirol geförderte Workshopreihe entstanden, in welcher die Jugendlichen uns unter dem Motto „Mein neues Leben in Tirol“ mittels Fotografie, Text und in weiterer Folge auch Theater einen Einblick in ihre Sicht auf die neue Heimat geben konnten. Hier schon vorab ein kleiner Auszug aus den Werken der Jugendlichen: „Ich sehe Wasser und ich denke an Angeln. Mein Hobby ist Angeln. In Ungarn gehe ich oft mit meinem Vater angeln. Wir gehen zum Fluss. Ruhig, still, wir sitzen, warten, denken nach. Hier in Tirol angeln wir leider nicht. Wir haben kein Auto, ohne Auto ist es schwierig. Mein Vater freut sich auf Ungarn, weil er wieder angeln kann. Ich vermisse die gute ungarische Fischsuppe.“   „Der österreichische Kaiser hat hier in diesem Gebäude gelebt. Das Gebäude steht an einem zentralen Platz. Die Touristen kommen oft zu diesem Platz. Auf der anderen Seite stehen viele Pferdekutschen. Ich bin schon mal mit dieser Kutsche gefahren. Ich bin mit meiner Familie gefahren, weil meine Eltern Zeit hatten.“   „Das ist eine Brücke. Alle Menschen gehen von einer Seite auf die andere. Auf der...

Das Hofgartengedicht

Hofgarten, ich liege dich Grashälmchen, ich biege dich Bienchen komm, umfliege mich Flügelsurr summsumm Rapoldi, ich betrüge dich Walther, komm und rüge mich Die Gartenluft beflügelt mich frag mich nicht, warum Blumenbeet, dich sehe ich Rasengrün, ich gehe dich Ameis‘ dich zerzehe ich nimm es mir nicht krumm Semmelchen, ich beiße dich Decke, ich beschweiße dich Spätzchen, hach, bescheiß‘ mich nicht flieg doch nicht hier rum Hofgarten, zentral bist du Hofgarten, ein Gral warst du Hofgarten, du Denkmal du … ich lieb‘ dich eben...

Music and the city Vol. 52 Teil II: Candy Dulfer live in Imst...

Was erwartet ihr euch, wenn ihr auf ein Festival geht, bei dem der Begriff „Jazz“ angeführt ist? Richtig: Jazz. Aber nicht immer ist dort auch Jazz drin wo Jazz draufsteht. Nun gut, könnte man sagen, die Zeiten ändern sich eben und die Zeit der engen Begriffsdefinitionen ist ohnehin schon längst vorbei. Es ist doch schön, wenn (zu) enge Genre-Grenzen fallen und alles ein wenig lockerer, bunter und lässiger wird. Außerdem muss es ja wohl doch begrüßt werden, wenn alles nicht mehr so dogmatisch und bierernst ausgelegt wird. Prinzipiell kann die Sache so gesehen werden. Doch das alles erklärt noch nicht, warum sich Candy Dulfer mit ihrer aktuellen Band zum „TschirgArt“ Jazzfestival nach Imst verirrt hatte. Das „System Jazz“ und Candy Dulfer Jetzt mal so ganz direkt gesagt: Ich mag Jazz. Und nein: Ich bin kein Dogmatiker oder gar jemand, der diese Genre gerne „musealisieren“ und beschützen möchte, damit es sich nicht vor lauter „fremden“ Einflüssen auflöst und sich selbst damit überflüssig macht. Ganz im Gegenteil. Ich sehe nämlich Jazz gar nicht als Genre, sondern als eine Art von System, das bestimmte Verfahren auf einen sehr großen Bereich des weltweit verfügbaren Musikmaterials anwendet. Einfach gesagt: Jazz ist ein komplexes, ausdifferenziertes System, das so einiges an Einflüssen verträgt ohne dass es aufhört, Jazz zu sein. Bis hin zur Inkorporierung von traditioneller chinesischer Musik und deren Skalen ist beim Jazz alles drin und denkbar. Die Verfahren, die sich aus der Musikgeschichte des Jazz ergeben, sind dabei äußerst erfolgreich, wandlungsfähig und stets auf mögliche Innovationen hin ausgerichtet. Jazz hört also dann auf Jazz zu sein, wenn die Verfahren und die Möglichkeiten dieses System schlichtweg ignoriert werden. Das ist dann auch nicht provokant, sondern, mit Verlaub, naiv und dumm. Es provoziert mich nicht, wenn...

Europa_kritisch: Das FriedensForum stellt alternative Perspektiven zu den EU-Parlamentswahlen vor...

Die EU-Parlamentswahlen stehen sicht- und hörbar vor der Tür. Viele EU-Bürger_innen kritisieren mittlerweile  die EU-Politik, sei es  mit ihrer Außengrenzen- und Flüchtlingspolitik (Frontex) und/oder ihrer Wirtschafts- (TTIP-Verhandlungen, Fiskalpakt) und Sicherheitspolitik, etwa die Rolle im gegenwärtigen Konflikt in der Ukraine. Mit der kommenden EU-Wahl stellt sich daher nicht nur die Frage, wen man wählen soll, sondern auch, wie eine Zukunft Europas denkbar sein könnte – im Sinne von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und Frieden. Das Friedensforum Innsbruck, das seit zwei Jahren zu Fragen der Friedenssicherung und -entwicklung arbeitet,  lädt daher zum Mitdenken- und diskutieren in der Veranstaltung „Europa_kritisch“ ein. Statt Vertreter_innen der wahlwerbenden Parteien neuerlich ein Podium zu bieten, sind engagierte Akteur_innen geladen, die sich parteiunabhängig und kritisch mit der Entwicklung in der EU auseinandersetzen. Im Rahmen von Theater & Podiumsdiskussion soll über die politische Ausrichtung der EU informiert und diskutiert werden – aus Friedensperspektive, aus einer Sicht, die über die tagespolitischen Scharmützel hinausweist. Europa_kritisch Alternative Perspektiven zu den EU-Parlamentswahlen 2014 Mittwoch, 21. Mai 2014, 19:30 Uhr Innsbruck, DieBäckerei Dreiheiligenstraße 21a Auf dem Podium mit alternativen, aber durchaus konträren Meinungen zur EU: – Boris Lechthaler von der Solidar-Werkstatt Österreich und – Joseph Berghold von ATTAC Den Auftakt ins Thema bietet das kurze, aber intensive  Theaterstück „Frieden schaffen“ vom Kunstkollektiv ARTerie über die Friedensnobelpreis-Trägerin EU.   Text: Matthias Lauer...

Wenn der Marxlesekreis mit den Internetnerds…...

Es war schon eine bunte Truppe, die sich heuer im Winter im Innsbrucker KPÖ-Büro zu einem ersten Kennenlernen eingefunden hat: Kommunisten, Piraten, einige Parteiunabhängige, sowie vereinzelt sogar Sympathisanten der Partei „Der Wandel“. Anfangs noch schüchtern tasteten sich alle gegenseitig erst einmal auf ihre jeweiligen Standpunkte ab – könnte es tatsächlich funktionieren, eine gemeinsame Wahlplattform „Europa anders“, welche Zugänge gibt es gerade in Sachen Europapolitik? Wie sind diese „Kummerln“ so drauf und sind diese „Piraten“ wirklich nur ein schrulliger Männerverein? Kann es sein, dass die womöglich etwas gemeinsam haben? Ja, sie haben etwas gemeinsam. Die Kommunisten, die Piraten, die Mitglieder von Der Wandel und unzählige parteiunabhängige Menschen – sie wünschen sich ein anderes Europa. Ein Europa, das nicht von Konzerninteressen gesteuert ist, ein Europa, in dem nicht die Steuerzahler für fahrlässig verspekuliertes Geld der Banken haften müssen. In der EU klafft die Vermögensschere immer weiter auseinander, und in fast allen Mitgliedsstaaten steigt die Arbeitslosigkeit im selben Maße wie die Kosten für die Lebenserhaltung. Die Bürger werden dank der Überwachung durch Regierungen und deren Geheimdienste, sowie durch mangelhaften Datenschutz immer gläserner. In ganz Europa werden eiserne Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Bürger durchgeführt, es gibt immer mehr Einsparungen in der Bildung und im Gesundheitswesen. Durch geplante Einschränkungen der Netzfreiheit ist der freie Zugang zu Wissen gefährdet. TTIP und TISA stehen vor der Tür und drohen unsere Lebensmittelstandards, unsere Arbeitsrechte und vieles mehr zu unterminieren. Und währenddessen ertrinken vor den Grenzen der Festung EU jene Menschen, die in überladenen, klapprigen Booten über das Mittelmeer kommen. Die Welt sieht dabei zu und zuckt mit den Schultern. All das wollen sie nicht, die „Kummerln“, die nerdigen Piraten und all die anderen Menschen, die sich nun für „Europa anders“ engagieren.   Europa anders ist ein...

Es darf gelegen werden

Das Liegeverbot im Hofgarten ist Geschichte: Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat einen Pilotversuch gestartet, endlich darf auf den Rasenflächen im Hofgarten gelegen, gespielt und herzhaft gechillt werden. Schon 2006 hatte sich die damalige Gemeinderätin Karin Blum von der SPÖ dafür eingesetzt, die Liegeflächen freizugeben, aber trotz Unterstützung der Grünen änderte sich nichts am „Museum“ Hofgarten – dieser untersteht dem Landwirtschaftsministerium und ist damit eben Bundessache. Dass sich nach mehreren Gemeinderatsanträgen und zivilgesellschaftlichem Engagement in Form zweier Flashmobs jetzt endlich die Vernunft durchgesetzt hat, ist ein tolles Zeichen: Demokratie ist oft langsam, manchmal auch frustrierend. Aber eines sollten wir nie vergessen: Die wahren Mächtigen sind wir, die Bevölkerung, – PolitikerInnen und ihre bürokratischen HelferInnen sind nur von uns angestellt. Wenn wir wissen, was wir wollen, können wir es auch gemeinsam...

Schifffahrt mit Michael Köhlmeier...

www.achensee-literatour.at verlost für kommenden Freitag, den 23. Mai 2014, 2 x 2 Freikarten für „Literatur am Schiff“ mit Schriftsteller Michael Köhlmeier und „Die Zeit“-Redakteur Joachim Riedl. Quizfrage: Wie heißt der aktuelle Roman des Vorarlbergers, aus dem er am Achensee lesen wird? Zusendungen an promedia.arora@pressezone.at, die Gewinner werden per E-Mail...

Unikaterie IV am Sonntag: Kunst- und Designmarkt für Selbstgenähtes!...

Diesen Sonntag, 18.5.2014, findet bereits zum vierten Mal die Unikaterie, der Kunst- und Designmarkt für Selbstgenähtes, statt. Wunderbare Einzelstücke, in Handarbeit mit Herzblut gefertigt, können erworben werden, sicherlich ist wieder etwas für jeden Geschmack dabei. Es kann ausgiebig flaniert, gestaunt, die feine Marktatmosphäre genossen und dabei das ein oder andere Einzelstück ergattert werden. Wie üblich verwöhnen euch dabei die Unikateriemarktler_innen mit feiner DJ-Musik, bestem Kaffee und hausgemachten Kuchen, also ein richtiger Sonntagsgenuss in der entspannten Atmosphäre der Bäckerei Dreiheiligen. Mit dabei sind dieses Mal auch einige neue Labels! Infos und Bilder auch auf facebook! DJ-Set http://andistecher.org So 18.Mai Kulturbackstube Dreiheiligen zwischen 15.00 und 18.00  ...

Die Angst der ÖVP und der fehlende Mut der GRÜNEN...

Agrar olé oder: Das Weiterreichen der heißen Kartoffel Auf gut Tirolerisch: „es isch zum daloadn“. Seit Jahren wird der Bevölkerung vermittelt, dass in der Causa Agrargemeinschaften gestritten wird – dabei verhält es sich etwas anders: Das offizielle Tirol pfeift auf Urteile des Verfassungsgerichtshofes und fördert dieses „Streiten“. Das war unter Schwarz-Rot so, das ist unter Schwarz-Grün so. Und das bereits seit 1982, als es ein erstes richtungsweisendes Höchstgerichtsurteil gegeben hat. Spätestens aber seit 2008, als der VfGH, und von da an immer wieder und immer deutlicher Stellung bezogen hat. Jüngster und sicher (leider!) nicht letzter Höhepunkt ist der gestrige Beschluss einer Gesetzesnovelle im Tiroler Landtag, die genauso komplex formuliert wie nebulös ist. Ja, es gibt durch dieses Gesetz Verbesserungen. So sollen in Zukunft etwa Nutzungsanteile an der Agrargemeinschaft (die zum Bezug von Holz, oft auch zur anteiligen Gewinnausschüttung genutzt werden) erlöschen, wenn die jeweilige Person keine Landwirtschaft mehr betreibt. Die geneigte Leserschaft wird sich nun an den Kopf greifen und fragen: „Bitte was? Nicht-Bauern sind Mitglieder einer Agrargemeinschaft und durften bisher ungestraft die Hand aufhalten? Und das repariert man erst jetzt?“ Dazu kann ich nur sagen: Yep. Der blanke Hohn ist jedoch der nun zu installierende „Substanzverwalter“, der im Auftrag des Gemeinderats handelt und über Verkäufe, Pachtverträge etc – sprich über alles, was über die land- und forstwirtschaftliche Nutzung (wohlgemerkt: die agrargemeinschaftliche Nutzung von und auf eigentlichem Gemeindegrund) geht – entscheidet. Wer die Realitäten in den ländlichen Gemeinden kennt – was bei der ÖVP mit einem Ja und bei den GRÜNEN mit einem Nein beantwortet werden muss – weiß: das kann und wird heiter werden. Nicht nur, aber vor allem in Gemeinden, in denen eine ÖVP-Bauernbundliste (=Agrargemeinschaftsmitglieder) die Mehrheit im Gemeinderat hat. Jerzens etwa. Oder Mieming. Oder … Die...