Die Oma im Supermarkt

Es gibt da eine kleine Geschichte, die uns von wenigen, aber unterschiedlichen Quellen zugetragen  wurde. Kommt sie euch bekannt vor? Wir erzaehlen sie in der gängigsten und ansprechendsten Form.   „Eines Tages im Supermarkt. Da war mal eine ältere Dame, die nicht nur die Angestellten sondern auch mich gebeten hat, ihr beim Einkaufen zu helfen. Ein bisschen was von oben herunter holen, ein bisschen dort hin laufen und gucken, ob‘s nicht dies und das gibt…usw. Jedenfalls wurde ich ziemlich auf Trab gehalten. Vor dem Supermarkt hat sie mich dann gebeten, ihr doch bitte beim Heimtragen der Einkäufe zu helfen. Die Dame wohnte dann natuerlich nicht im Parterre, sondern ganz oben. Endlich schnaufend angekommen, hat sie mich im Wohnzimmer kurz warten lassen. Dann ist sie wieder gekommen und hat umständlich in ihrer Geldtasche etwas herausgekramt. Es waren 10 Cent.“    Aber jetzt kommt‘s! Diese Geschichte mag beim ein oder anderen Fall erfunden oder des Spasses wegen weitererzählt worden sein. Tatsache ist: sie ist einer Person, die wir ausfindig gemacht haben, passiert. Aber mit ganz erheblichen Unterschieden. Ob diese Person die Geschichte in Umlauf gebracht hat, ist vielleicht wichtig aber nicht ausschlaggebend. Interessanter ist jedenfalls, wie sie sich moeglicherweise durch verschiedenste Erzaehlsituationen (knalligere Pointe, um‘s interessanter zu machen etc.) verselbständigt und verändert hat. Wir möchten hier die Chance ergreifen und die uns zugesandten Zeilen zeigen. Auch nicht uninteressant. Hier also die wahre Geschichte:   “Also, ich wollte gerade Richtung Supermarkt ueber den Zebrastreifen gehn, da quatscht mich die alte Omi mit Hundeblick an und fragt, ob ich ihr ueber die Strasse helfen kann. Ich bin ja kein Unmensch und die alte Dame hatte sich eh schon untergehakt. Die Ampel war schon nach einem Drittel des Weges wieder rot, aber hilft ja...

Innschbrugga Fail’s – Lachen 2.0...

Seit 10. Oktober ist Innschbrugga Fail’s in Facebook aktiv und hat schon ueber 1.000 Fans. Witzige Bilder mit Kommentaren im Innsbrucker Dialekt treffen den Zeitgeist – provInnsbruck bat die Initiatoren zum Mail-Interview.   Warum habt Ihr Innschbrugga Fail’s gegruendet? Weil die Zeit dafuer reif ist. Es gibt schon einige, auch sehr erfolgreiche, Fail-Seiten, die sich dem Thema "Rage, Fails, Meme Comics" in ihrem Dialekt bzw. ihrer lokalen Sprache angenommen haben. Es gab diese Site noch nicht und wir denken, wir haben den Nerv realtiv gut getroffen es mit unserem Humor ganz gut umzusetzen.   Welche Ziele habt Ihr, was erwartet Ihr Euch? Unser erstes Ziel haben wir bereits erreicht. Die Site findet Anklang. Das bedeutet, wir bringen die InnschbruggarINNEN zum Laecheln. Aber wir haben natuerlich noch lange nicht genug, ganz im Gegenteil es geht jetzt erst richtig los. Inzwischen erhalten wir auch die ersten kreativen und witzigen Beitraegen von Personen aus jeder Bevoelkerungsschicht – und genau das wollen wir.   Wir wollen jeden ansprechen. Wir fordern uns Innschbrugga / Tiroler auf auch ein bisschen Humor gegenueber sich selbst zu beweisen, uns durchaus selbstironisch zu betrachten. Das ist fuer die Bewaeltigung des Alltags oft ganz hilfreich, wenn man feststellt, dass es den anderen Menschen nicht anders geht. Auch User aus fernen Laendern schenken uns ihre Klicks, wenn man unserer FB-Statistik trauen darf. Wir haben da, obwohl wir verhaeltnismaessig wenige Likes haben, eine Reichweite ueber Afghanistan, Vereinigte Arabische Emirate, China, bis nach Australien und natuerlich die USA.   Wir erwarten uns, dass der Gedanke, lustige und amuesante Bilder rund um Innsbrucks Society, Politik, und vor allem die ganz normale Frau und den ganz normalen Herrn Innsbrucker, mit lustigen, gerne auch sarkastischen, Spruechen zu versehen aufgegriffen und verbreitet wird. Im Idealfall erhalten...

Utopie für Innsbruck

Love, Peace, Smile and Anarchy Innsbruck, that’s how it could be   Ein simples Graffiti? Naive Klischees? Das Wahlprogramm einer noch unbekannten Partei für die nächsten Landtagswahlen?   Wie auch immer – eine Utopie für Innsbruck, gesehen und fotografiert im Englischen...

Ein weites Feld

Ein weites Feld ist unsere Stadt. Und so wie jede Stadt hat auch Innsbruck eine Ãœbergangszone, in der die Stadt sozusagen ins Land, in die Vorortgegend hinauswächst. Ich mag solche Gegenden, und da ich ja lange in Hall gelebt habe, und da dann oft zuerst mit der Straßenbahn und später dann mit dem Bus nach Innsbruck gefahren bin, hatte ich immer wieder gedacht, dass man da etwas machen könnte, diese Suburbia fotografieren, und daraus dann vielleicht ein Album machen, Texte dazu schreiben usw.   Jetzt ist mir die bekannte Innsbrucker Fotokünstlerin Milena Meller zuvorgekommen. Sie hat diese Gegend, man könnte auch sagen, die ehemalige Vorstadt Mühlau, in der bereits im frühen 19. Jahrhundert sich die ersten Betriebe (wie etwa die Rauchmühle oder Textilfabriken)angesiedelt haben, und die Haller Straße hinunter, fotografiert, malt dann Ausschnitte dieser Fotografien auf Leinwand, fotografiert diese erneut, macht davon Abzüge, die sie wiederum bemalt.   Eine Art Matroschka – eine russische Puppe – im zweidimensionalen Sinn vielleicht. Ein interessanter Schaffensprozess jedenfalls, dessen Ergebnis nur mehr bis übermorgen, Mittwoch, 24. Oktober 2012, in verschiedenen Betrieben entlang der Haller Straße – genau zwischen Gasthaus Dollinger, und der Firma Dörr – zu sehen sind. Genauere Angaben siehe unter: . http://milena-meller.com/   Es sind keine touristisch verwertbaren Bilder, die Milena Meller da erzeugt hat, es sind sehr präzise gemachte Momentaufnahmen einer Gegend, die – Zitat aus dem schön gemachten Katalog – wo „eine selbstbewusste Stadt wie Innsbruck ihr Selbstbewusstsein offenbar dort aufhören (…) ließ, „wo sie einstmals mit einem, damals weit beachteten Projekt, nämlich dem Bau der Hungerburgbahn, 1906, ihren eigenen Endpunkt als Ort markierte.“ .Und ein Zitat der Künstlerin bringt es auf den Punkt: „New York ist so gesehen gleich spannend wie Neu-Arzl“     Was nichts anderes heißen...

Am Berliner Dancefloor lesen...

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Szene liest“, des Kulturvereins Contrapunkt geht es am 25. Okt. in Kooperation mit und vor allem in den Tante Emma Club. Tobias Rapp liest zum Thema Berliner Clubkultur aus seinem Buch „Lost and Sound – Berlin, Techno und Easyjetset“. Musikalisch unterstützt wird er live von Dj Metope. Seines Zeichens Gründer des Berliner Labels Areal Records. Einen Tag zuvor gibt es passend zum Thema, den Film „Bar 25 – Tage ausserhalb der Zeit“, einen Film über den legendären Berliner Club. Berlin gilt als Mekka der Technobewegung mit all seinen Facetten: Kommerz, Underground, Drogenkonsum, Tourismus und Gentrifizierung. Durch drei verschiedene Kunstformen: Film, Literatur und Musik nähert sich das Kollektiv Kontrapunkt in Kooperation mit der Tante Emma diesen Thema. Tobias Rapp, Popredakteur des Nachrichtenmagazins Spiegel und Autor des Buchs “Lost and Sound” liest und spricht über den Berliner Techno- Underground, über die Kultur und Gentrifizierung sowie über die ewige Schönheit der gerade 4/4-Bassdrum. Denn laut Rapp waren elektronische Musik und die nächtliche Subkultur des Ausgehens – jenseits von sozialen Utopien und Loveparade – nie kreativer und interessanter als heute. Und nie so an einem Ort konzentriert wie in Berlin. Die Veranstaltung (Beginn 20:30) findet in einem für eine Lesung unüblichen Ort, den Tante Emma Club, statt. Außerdem gibt es einen LIVE Support durch den Berliner Ausnahme DJ und Producer sowie Label Gründer von Areal Records: Metope (Areal Records Berlin/ IRR/ Beachcoma), Er präsentiert sein Neues Album “Black Beauty”. „Metopes Lieder wirken manchmal als würden sie ihr digitales Dasein in etwas Lebendiges verwandeln wollen. Unfähig dieses zu erreichen versuchen sie sich vorzustellen wie das ist indem sie Bitreduzierungs-Prozesse zur Simulation halb vergessener Gedanken benutzten“. Local Support gibt es Asumi (Tyrolean Dynamite), Kevin Ohner und natürlich den Tanten. Passend...

INNS`stinkts immer mehr!...

 Innsbruck und der Verkehr – das ist eine never ending story mit Gruselfaktor. Seit den 1980er Jahren gehört der Begriff „Verkehrskonzept“ zum Standardvokabular aller StadtpolitikInnen. Staus sind lästiger Alltag und regelmäßig knacken wir den Feinstaubrekord – das gesamte Inntal ist ein Luftsanierungsgebiet.   Schon seit Jahren wird über den Ausbau der Grassmayrkreuzung diskutiert – jeden Tag stauen sich 46.000 Fahrzeuge über den Südring in die Innenstadt. Die Kreuzung soll untertunnelt werden, manche AnrainerInnen erhoffen sich davon eine (kurzfristige) Verkehrsberuhigung.   Fakt ist, das die Blechkolonnen wieder auftauchen und auch Abgase nicht einfach unter der Erde bleiben. Schon jetzt wird die Innenstadt zugeblecht und es braucht keine Verkehrsexpertise, um festzustellen, dass noch jeder Straßenausbau mehr Verkehrsbelastung mit sich brachte.   Die zentrale Frage ist, ob wir wirklich 40 Millionen – so viel sollen Ausbau und Untertunnelung kosten – ausgeben wollen, um noch mehr PKW in die Stadt zu schleusen. Wäre es nicht vernünftiger für diese Summe den öffentlichen Verkehr auszubauen und zu verbilligen? Wenn wir nicht wollen, dass die Abgasbelastung immer weiter steigt und wir die Stadt bald in „InnsBlech“ umbenennen müssen, braucht es leistbare und attraktive Alternativen für PendlerInnen und Einheimische.   Foto von Christian...

Herbstlicher Auwald

Durch herbstlichen Auwald streifend. Ein Mädchen wirft Baumrinde in den Fluss. So könnte ein Roman beginnen vielleicht:  das Mädchen wirft kleine Liebesbriefe als Flaschenpost in den Fluss für spätere Zeiten...

Veranstaltung: „Zwischen den Zeiten: Otto Bauer (1897-1986)“...

In Zeiten der Verunsicherung und Krise tun wir gut daran, einseitige Denkmuster zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu suchen. Christlicher Glaube und sozialistische Ãœberzeugung haben viel mehr Berührungspunkte, als oft angenommen wird und streben ein menschliches Miteinander in Solidarität, Würde und Frieden an.   «Wir treiben immer tiefer in das Chaos. Das Wort von der Krise des Kapitalismus ist nun schon so oft gebraucht, dass es kaum noch genügt, uns die Dimension, den katastrophalen und chaotischen Charakter des Zustandes zum Ausdruck zu bringen, von dem es etwas aussagen will. Ja, es ist ja auch nicht nur die Krise eines wirtschaftlichen und sozialen Systems, was wir erleben. Es ist darin die Krisis, der Zusammenbruch unserer Zivilisation, unserer Kultur mitinbegriffen.» Otto Bauer, 1932.   Man nannte ihn den „kleinen“ Otto Bauer (1897 1986), der nachwievor – im Gegensatz zu seinem berühmteren austromarxistischen Namensvetter – vielen unbekannt ist. Ein Vortragsabend über Bauer und seinen „Bund Religiöser Sozialisten“ aus der Zeit der Ersten Republik. Seine Erfahrungen mit Wirtschaftskrise und heraufziehender Diktatur und weshalb auch und gerade heute der religiöse Sozialismus mehr als aktuell ist.   Mo. 22. Oktober 2012, 19 Uhr im Haus der Begegnung, Rennweg 12   Veranstaltet von Renner-Institut und Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie...

Stadtgeschichte: Fatti di Innsbruck...

Geschichte wird gemacht: Woran wir uns erinnern und was vergessen wird, ist Teil und Ergebnis einer bestimmten Erinnerungskultur. Manche Ereignisse werden glorifiziert, andere weitgehend verdrängt. Die Fatti di Innsbruck („Fakten von Innsbruck“) im November 1904 sind dafür ein Beispiel: Anlässlich der geplanten Eröffnung der italienischsprachigen juridischen Fakultät kam es in Innsbruck zu schweren Ausschreitungen. Video zum Thema   Während italienischsprachige Studenten am 3. November in der Altstadt feierten, grölten Deutschnationale: „Walsche raus!“, in dieser Nacht kam es zu zahlreichen Schlägereien, die sich zu regelrechten Straßenschlachten auswuchsen.   Neben vielen Verletzten und 137 Verhaftungen (unter ihnen der spätere italienische Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi) gab es auch einen Toten: Der Maler August Pezzey wurde durch Bajonettstiche getötet. Das Fakultätsgebäude der Fakultät in der Liebeneggstraße wurde verwüstet und niemals eröffnet.   In der Folge wurde die Universität „ent-italienisiert“, italienischsprachige Professoren wurden beurlaubt oder (wie an der Romanistik) nicht nachbesetzt. Damit hatten die Deutschnationalen einen entscheidenden Sieg errungen und ihre Idee des „deutschen Tirolertums“ gestärkt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde die Uni Innsbruck zu einem Hort reaktionären und rechtsextremen Gedankenguts.   Nachsatz: Im Herbst 2012 wurde das PhD-Doktoratsstudium Italienisches Recht / Dottorato di ricerca in materie giuridiche an der Universität Innsbruck eingerichtet.   Fotos von Schwarz Weiß ...

Apropos Tierschutz

Hab mir gestern Abend die Sendung „Mein Leben“ angesehen. Gar nicht schlecht, für ein ORF-Format. Ein Fazit in Gedankensprüngen.   Erster Gedanke: Schön, dass es Menschen gibt, für die man sich nicht schämen muss.   Zweiter Gedanke: Grauslig, dass es Menschen gibt, für die man sich schämen muss, weil sie mir nix dir nix Existenzen bedrohen.   Dritter Gedanke: äh…   Vierter Gedanke: …äh…   Fünfter Gedanke: Scheiße! Ich BIN eine Existenzbedrohung…   Sechster Gedanke: … und hab ich mich jetzt echt grad selbst dabei erwischt, wie ich langsam damit anfange, Fremdschämen mit einer Art Solidarität oder gar Aktivismus zu verwechseln? Bin ich echt so armselig???   Siebter Gedanke: Knochenmark in Tüten ist abartig…   Achter Gedanke: …ich bin schlecht…   Neunter Gedanke: … und „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer hab ich auch nur bis Seite 39 gelesen. „Geschmorter Hund nach Hochzeitsart“….   Zehnter Gedanke: …mir ist...