Wie er lernte von Carmen...

Wie er lernte von Carmen, der anderen, er, der doch damals schon viel älter war als sie, von ihr lernte, dass das, was vorher war,  nichts war im Vergleich zu dem was jetzt war. So als hätte der Barkeeper ihn mit einem Faustschlag begrüßt, noch ehe er sein durch Alkoholexzess bedingtes Ausflippen begonnen hätte. Noch ehe er ausgerastet wäre oder gegen die Ordnung des Lokals verstoßen hätte. Wie auch immer. Er lernte durch sie, auf was es ankam, und das war zwischen null und eins, und war trockene Wahrheit höherer Ordnung. Und ab da traf er sie öfter und dann fast regelmäßig. Später dann hatte er Carmen das Fieberthermometer in ihre Vagina geschoben und so die Temperatur ihrer ansteigenden Lust gemessen. Und hatte sie an sich gedrückt und ihr keine Fragen mehr gestellt. Hatte sich vielmehr an ihre Komplimente für ihn gehalten und darin seine Perspektivlosigkeit überwunden. Wird die Lust alles lösen, fragte er sich. Und wird sie die Nacht zum Tag werden lassen. Wie hätte er dieser Frau seiner Liebe gestehen können? Dass er leicht betrunken sei, da sie doch die Tochter eines Trinkers war, und sie vielleicht Opfer eines sexuellen Missbrauchs. Wie hätte er ihr da wohl in die Augen sehen können dabei? Und wie auf seine Geschichte stolz sein, da sie vielleicht noch eine viel härtere zu bestehen hatte. Wie hätte er noch einen jugendlichen Liebhaber spielen können, sich in ein fremdes Bett legen? Ohne sich dabei als Eindringling vorzukommen. Es wäre doch immer eine andere Zeit und ein anderer Ort gewesen. Er hoffte auf Carmen und er liebte Carmen. Er saß an der Bar und sah auf die an der Theke aufgereihten starken Getränke. Er trank einen doppelten Whisky. So war er verliebt in die Dinge, und die...

Die Stadt als Blog: Wie gefällt dir Innsbruck?...

Beim Abschlussfest des Deutschkurses „Fit für den Schulstart“ – organisiert vom Österreichischen Integrationsfonds, Integrationszentrum Tirol – haben wir mit einigen in Innsbruck wohnhaften Menschen über die Stadt gesprochen: darüber, was gefällt und missfällt, darüber, was von Bedeutung ist und somit besprochen oder thematisiert werden soll, darüber, was sich ändern sollte. Zu Wort kommen ein sechsjähriger türkischer Junge, Teilnehmer am Deutschkurs und Schulanfänger; eine armenisch-tschechisch-deutsche Integrationskoordinatorin; eine österreichische Deutschlehrerin und ein kurdischer Musiker/Pizzabäcker/Azubi und Praktikant in sozialen Berufen.   [video:http://www.youtu.be/4GadXw60xU4] Interviews: Anja Larch, Barbara Zelger, Umukan Caglar. Kamera, Ton und Schnitt: Klemens Fischler....

Wegwerfwäsche – PRIMARK-Eröffnung im Sillpark...

Angeblich über 10.000 KundInnen und Schaulustige drängten sich schon am gestrigen Eröffnungstag durch den neu eröffneten Primark-Megastore, den ersten seiner Art in Österreich.   Der Textildiscounter mit Hauptsitz in Irland setzt auf das Credo unserer Zeit „Konsumiere, so viel du kannst“. Die Kleidung wird sehr billig angeboten und ist so gefertigt, dass sie nicht lange hält. Warum auch nicht? Nach zweimaligen Tragen werden die Fetzen einfach im Müll entsorgt und das nächste „Teil“ gekauft.   Soziale und ökologische Bedenken sollten Primark-KundInnen möglichst nicht geltend machen. Der Anteil von Kleidung, die in den Müll wandert, steigt ständig – Ressourcen werden verbraucht, als gäbe es kein Morgen. Wer ein schlechtes Gewissen hat, soll eben ein bisschen grünen Lifestyle pflegen, das kompensiert die „Geiz-ist-geil“-Mentalität wieder.   Es liegt auf der Hand, dass diese Fetzenfashion zu Dumpingpreisen nicht nur verkauft, sondern auch produziert wird. Natürlich gibt es einen eigenen Ethik-Codex von Primark, weil Kinderarbeit nicht gerade werbewirksam ist. Wer sich darüber informieren möchte, wie der in der Realität aussieht, kann sich diesen BBC-Kurzbericht anschauen.   Foto: Heidi...

Politik: Penz und die „Zeit“...

Für die FPÖ wollte er Bürgermeister werden. Mit dem Marokkaner-Diebe-Plakat hat er traurige Berühmtheit erlangt, seine politischen Ziele aber verfehlt. Nun wird er wegen Verhetzung angeklagt und ist aus der Partei ausgetreten. Florian Gasser hat mit ihm kürzlich ein aufschlussreiches Interview für die "Zeit" geführt – lesenswert! Link:...

St. Pauli vs. A trashy night of football songs...

 Die zweite Station der „Die Szene liest“ Veranstaltung des Vereins Contrapunkts macht am Donnerstag den 27.9. um 20:00 in der Kulturbackstube Bäckerei halt. Diesmal ist das Thema St. Pauli – als Verein, als Stadtteil und für viele eine Lebenseinststellung.   Das Besondere an St. Pauli ist, das er nicht wegen seiner Erfolge geliebt wird sondern um seiner selbst willen. Was dieses "Selbst" ausmacht – das füllt Bände und wird uns der Autor des Buches „FC ST. Pauli. Alles drin“ – Christoph Nagel näherbringen. Eine anarchische Revue der Fußballromantik, leidenschaftlich serviert in ohrengerechten Häppchen und mit reichlich visuellen Leckerbissen aus den prall gefüllten Bilder- und Videoschatzkammern des Autoren. Nicht nur für Anhänger des FC St. Pauli – sondern für alle, die Humor und Drama lieben. Und die wissen, dass es beim Fußball um viel mehr geht als um Punkte und Pokale. So erwartet uns ein Abend mit allen das was St. Pauli faszinierend macht: Totenköpfe erobern die Gegengerade, der eisenharte Walter Frosch bricht sämtliche Rekorde im Gelbe-Karten-kriegen, Rauchen und Feiern, der sagenumwobene Keeper Volker "hör die Signale" Ippig zieht über Nicaragua in die besetzten Hafenstraßen-Häuser und die 1. Bundesliga und treibt "Sportstudio"-Moderator in einem der legendärsten Fernseh-Interviews aller Zeiten zum Wahnsinn. Zwischendurch werden Maskottchen mit Bierduschen aus dem Stadion vertrieben, und im Frisuren-Duell liefern sich die Kiezkicker einen knallharten Kampf mit den Stadtrivalen vom "Hamburger SV". Christoph Nagel ist Historiker, Journalist und Fußball-Entertainer Christoph Nagel veröffentlichte zusammen mit Michael Pahl 2009 bei Hoffmann und Campe die von Fans und Medien gleichermaßen begeistert aufgenommene Chronik zum 100. Vereinsgeburtstag, "FC St. Pauli. Das Buch. Der Verein und sein Viertel". "Das neue Standardwerk zum Kiezclub" (11 FREUNDE) wurde von der Deutschen Akademie für Fußballkultur zum Fußballbuch des Jahres 2010 nominiert. Als Redakteur der...

vor ort ideenwerkstatt zum Rotundenareal...

Mit einem temporären „Ideenbüro“ in den Innsbrucker Stadtsälen, mit offenen Themeninseln, Diskussionsrunden und Workshops lädt die vor ort ideenwerkstatt® von 26. bis 28. September 2012 gemeinsam mit dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck zur Ideenfindung rund um die künftige Nutzung des Rotundenareals ein. Diskussionsbeiträge aller Bürgerinnen und Bürger sind willkommen, egal ob als anonyme Denkanstöße oder als dreiminütige Kurzpräsentationen vor Publikum. Infos, Programm und Online-Ideenpool: www.rotundenareal.at Von 26. bis 28. September wird in den Innsbrucker Stadtsälen von früh bis spät ein reges Kommen und Gehen herrschen. Grund ist die laufende Diskussion über die zukünftige Nutzung des Rotundenareals, in die das Land Tirol und die Stadt Innsbruck die interessierte Bevölkerung aktiv einbinden. Im Rahmen einer vor ort ideenwerkstatt® sollen die Wünsche und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sowie aller Expertinnen und Experten gesammelt und debattiert werden. Die vor ort ideenwerkstatt® ist eine vom Architekturbüro nonconform architektur vor ort (www.nonconform.at) entwickelte Methode eines partizipativen Ideenfindungsprozesses für Orts- und Stadtentwicklungsprojekte. Der Prozess findet stets am Ort des zur Debatte stehenden Projekts statt und zielt darauf ab, einer möglichst großen Zahl an Interessierten die Möglichkeit der Beteiligung zu geben. In den Innsbrucker Stadtsälen richtet das Team von nonconform drei Tage lang ein temporäres Büro ein und erfasst rund um die Uhr die Visionen und Projektideen der Bürger_innen und Expert_innen. Aus den Ergebnissen der Themeninseln, Präsentationen und Diskussionen sowie aus den Einträgen im seit August 2012 laufenden Online-Ideenforum (www.rotundenareal.at) und den Resultaten der Kinder-Sommer-Uni destilliert das Team der vor ort ideenwerkstatt® bis November 2012 konkrete Lösungsansätze. Diese werden auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und von 19. bis 21. November wiederum in den Innsbrucker Stadtsälen vorgestellt und diskutiert. Das Programm Von Mittwoch, 26. bis Freitag, 28. September 2012 ist das Team der vor ort ideenwerkstatt® in den Innsbrucker Stadtsälen präsent und nimmt von 09:30 bis...

Was für eine Party!

Seit vergangenem Weekend ist der Weekenderclub nun sechs Jahre alt. Dies wurde im Zuge einer fabelhaften Party zelebriert, die sich für mich etwa sogar in drei Teile splittete, in eine Pre-Party, eine Main-Party und eine Aftershow-Party, alles Partys, die der Weekender stets bereithält, vor allem, wenn man ihn schon lange kennt. So ist es immer gut, Freundschaften mit Clubs zu pflegen, weil man sich dadurch vor, während sowie nach einer Party wie zuhause fühlt.     Zur Pre-Party: Als sich der Tag dem Ende zuneigte, trudelte ich ein, es wurde aufgebaut, die Bands waren beim Soundchecken, Instrumente lagen verstreut am Boden, die aus Essex angereiste Band „I Dream In Colour“ schallte mystisch durch einen fast leeren Club. Nach dem Soundcheck huschte ich mit dem in Röhrenjeans steckenden Sänger Richard Judge nach oben, um mich ein bisschen zu unterhalten. Platz dazu fanden wir in der Band-WG zwei Stöcke weiter oben, wo es sich auf Polstermöbeln neben Stockbetten gemütlich machen lässt. Folgendes wurde besprochen, der Gitarrist Michael Thackeray war dann auch noch mit von der Partie: CB:  Wie gefällt euch Innsbruck? Richard: Wir lieben Innsbruck, wir sind nun zum fünften Mal hier. Jedes Mal, das wir da sind, probieren wir, mehr kennenzulernen, diese Mal hatten wir Glück, wir hatten mehr Zeit, die Stadt zu erkunden. CB: Was habt ihr euch angeschaut? Richard: Einige Berge. CB: Habt ihr diese erklommen oder sie lediglich betrachtet? Richard: Wir haben sie uns angeschaut, genauer als sonst, Fotos davon gemacht. Michael: Dieses Mal fanden wir auch Zeit dazu, durch die Stadt zu spazieren, etwa auch dem Fluss entlang, das war wunderschön. CB: Wie unterscheidet sich Innsbruck von London? RJ: Das Publikum hier ist lockerer, in London sind die Leute meist reservierter, wohl, weil es dort soviele...

Free Bike Check-Up Initiative...

provInnsbruck has published quite a lot about bikes in Provinnsbruck and I would like to add to its musings. This morning as I was biking to university I stumbled upon the Free Bike Check-up on the Marktplatz. I joined the ‘queue’. I use queue in this sense very loosely as queuing doesn’t seem to exist here, well, not in the British sense at least.   This queue was more of a random hodgepodge of whose bike wheel could ease in front. I had an Italian couple talking at nineteen to the dozen to my left, old men with white beards behind me and a middle-aged man to my right who arrived considerably later than others behind me and who unashamedly pushed in. If you were perhaps not aware beforehand, queuing in Britain is a national pastime and rules must be abided to. Queue-jumpers, for me, are persona non grata and I have even told queue jumpers in Hofer that the queue starts back there. After about 15 minutes, I reached the front. My bike mechanic, who later admitted that he was not a bike mechanic but a weather man, was incredibly patient and even smiled at my total and utter lack of knowledge about bikes. He checked my brakes, pumped my tires, oiled various bike parts, tightened bike parts that I didn’t even know existed and, since he had been there all week and there was a huge queue behind me, was relaxed and chatty. He asked me where I was from and then immediately switched into English telling me that his aunt lives in Liverpool. Everyone: the four bike mechanics, the young students handing out free reflectors, T-shirts and bike saddle protectors, was friendly and willing to help. Especially as...

Freies Wissen aus Innsbruck...

Wikipedia sammelt enzyklopädisches und vor allem freies Wissen – das weiß jeder. Die Artikel werden von Freiwilligen verfasst – auch das ist bekannt. Dass Wikipedianer auch aus Innsbruck kommen, ist vielleicht überraschender. Im Oktober wird im Stiftskeller ein Wikipedia-Stammtisch organisiert, bei dem sich Wikipedianer und Interessierte austauschen können – zur Terminfindung und Details siehe [WP:Innsbruck].   Mit den gleichen Grundprinzipien (jeder kann beitragen, freie Lizenz) entsteht mit OpenStreetMap eine Weltkarte, die vergleichbaren Kartenanbietern (darunter Google Maps) in manchen/vielen Gebieten (Innsbruck und Umgebung zählt dazu) voraus ist. Interessierte finden auf [OSM] neben dem Innsbrucker Straßennetz auch Fußwege durch Grünflächen, können im Alpenzoo die einzelnen Tiergehege ausfindig machen, mit [radlkarte.at] geeignete Radwege durch die Stadt auswählen und finden mit [OpenTopoMap] eine Alternative zu [OSM-Stammtisch] Wanderkarten. Die Mapper treffen sich monatlich zu einem in Völs.    Beitrag von Simon Legner Bild: Map data © 2012 OpenStreetMap contributors, Imagery © 2012 radlkarte.at Markus Straub...

Was ist schöner – Sprachsalz 2012...

Wenn die Bäume ihr erstes Gelb zeigen, das Sonnelicht flirrender und blendender wird und so die Dinge noch schöner scheinen in ihrem Glanz, die Abende und die Morgen lauer und kühler werden, dann ist wieder Zeit für Literatur. Die Lesefreudigkeit nimmt zu und so macht sich wieder eine illustre Schar Schreibender, Autorinnen und Autoren auf ins kleine, aber feine Hall, um dort zu lesen, und sich dem Publikum zu zeigen. Das zehnte Mal war’s heuer schon der Fall. Also stand das zehnte SPRACHSALZ an und konnte mit etlichen Namen der Literaturszene punkten. Als da war der bekannte deutsche Autor Martin Walser, der aus seinem neuen Roman Das dreizehnte Kapitel las. Ein amüsanter Briefroman, der einen Briefwechsel eines Schriftstellers mit einer Theologin zum Inhalt hat. Da war auch Felix Mitterer, der Franz Kafkas Bericht an eine Akademie zum Besten gab, mit dem er schon bei den heurigen Tiroler Volksschauspielen in Telfs reüssiert hatte. Norbert Gstrein, den ich leider nicht hören konnte. Und der amerikanische Autor William H. Gass, der aus seinem über tausend Seiten starken Roman Der Tunnel vortrug. Leider las er nicht den ganzen Roman vor, was eine spannende Geschichte gewesen wäre und dem SPRACHSALZ so vielleicht den Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde verschafft hätte. Aber es wäre ja dazu wohl auch nicht die Zeit gewesen. Es waren ja immerhin 22 Autorinnen und Autoren – wenn ich richtig gezählt habe – die bei heurigen SPRACHSALZ lasen. Was also hieß, drei Tage lang volles Programm, und fast nicht zu bewältigen. Daher nur mein subjektiver und unzureichender Bericht. Gut gefallen haben mir neben den schon erwähnten Großen der Literaturszene Barbara Bongartz, die eine spannende Geschichte über eine Reinigungsfrau in einem sogenannten Herrenhaus las. Die junge Schweizerein Daniela Dill, die ein wenig...