6020 Straßenrat(t)en: Level 5...

Wie so ziemlich alles, folgt der Innsbrucker Straßenverlauf einer Hierarchie. Und wie ebenfalls so ziemlich alles, wird auch das städtische Straßennetz in Klassen eingeteilt. In Kategorien, die uns den Weg von A nach B erleichtern & uns unserem Ziel näher bringen sollen. Dass unser Vorankommen am Besten direkt und im Vorbeigehen passieren sollte, scheint kein Thema zu sein. Doch kein Thema, gibt’s nicht. Der Weg ist das Spiel Die Innsbrucker Straßen liegen uns zu Füßen, denn wir stehen drauf. Doch kennt ihr das Pflaster wirklich, das ihr jeden Tag betretet? Welchen Gedanken hängt ihr beim Gehen nach? Treffen sich eure Blicke? Kreuzen sich eure Wege? Welche Beobachtungen macht ihr Tag für Tag? Was verbindet euch mit bestimmten Orten? Ist es euch wichtig, heute hier und morgen dort zu sein? Setzt ihr euch überhaupt gerne in Bewegung? Und wenn ja, warum? Straßenrat(t)en sucht nach Antworten, wirft neue Fragen auf und lebt von eurer Beteiligung. Zugegeben, bisher wurden alle Straßen in Windeseile erraten. Ob die Innsbrucker Stadtkenner_innen die abgebildete Straße aus Level 5 auch so schnell erkennen, wird sich allerdings erst...

Caféhopping

Das Wetter spielt verrückt, meist regnet es. Zwischendurch brechen Sonnenstrahlen aus dem Wolkenmeer über der Stadt. Nein, das soll kein ‚Free Rhyme’-Gedicht werden, sondern ein Café-Lokalaugenschein. Erster Stopp: ein Hipster-Spot, das Wiltener Platzl, doch im „The Crumble“ stehen die Stühle auf den Tischen, doch artig entschuldigt sich das Krümel/Streusel-Lokal mit „Sorry, we’re closed“. Außer eben Sonntag und auch Montag erwartet einen folgendes: http://www.provinnsbruck.at/content/crumble-coffee-and-brunch. Das Skater-Girl in mir wirft noch einen Blick in das „Sweet Dreams“-Schaufenster. Dann husche ich bei leichtem Regen, vorbei an der Rathausplatz-Skaterlandschaft , nach einem Reigentanz um die Annasäule und ein paar Spagatsprüngen vor der Spotlightwand im Durchgang zum Sparkassenplatz, zum Café Central, das ich einfach immer schon mag. Herr Wiesinger ist ab und zu von dem langsamen Service genervt, aber ich geniesse hier den Anblick der schon größtenteils jungen hübschen Toyboy-Kellner, gerne auch in Slow Motion, Kaffehauskultur sollte Chillkultur in Skateboardmanier auch inkludieren, finde ich. www.central.co.at Als nächstes tigere ich in meinen mit Gänseblümchen übersäten Vansturnschuhen zum Café Katzung, das mich mit einer neuen Graffiti-Wandgestaltung begeistert. www.cafe-katzung.at Ein Abstecher zu meinem Innsbrucker Lieblingshangout, dem Café Moustache, darf nicht fehlen. Schon etlichen Leuten habe ich von der Falafelplatte dort vorgeschwärmt oder sie einfach mitgenommen und zu eben erwähnter Köstlichkeit überredet, alle waren sie happy danach. Die Moustache-Sitzgelegenheiten draussen befinden sich auf dem idyllischen Domplatzl, ein Ruhepol inmitten der Stadt, ein entzückendes Platzerl für’s Katzerl, sorry das war jetzt ein Reim, das wollte ich nicht, weiter geht’s. www.cafe-moustache.at Vorbei am noch geschlossenen Club Aftershave, in dem es sich so schon abstürzen lässt und wo die Morgenstunden nur so dahinfliessen und man nach ausgiebiger HipHoptanzerei beim Verlassen in eine von der Morgensonne durchflutete Stadt, mit Blick auf ein Bergmassiv hinter funkelndem Gewässer, stösst. An der Beach Bar auf...

Wie zerstöre ich Reformen?...

Auf diese Frage hat die Bildungsministerin vor kurzem eine Antwort gefunden: Der gerade ernannte Rektor der Pädagogischen Hochschule Tirol, Elmar Märk, muss zurücktreten, bevor er sein Amt angetreten hat. Er hat das Unaussprechliche gewagt, nämlich auszusprechen, was bei Expertinnen und Experten ohnehin klar ist: Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss mittelfristig in die Universitäten eingegliedert werden. Eigentlich eine Banalität, schließlich findet in beinahe allen Ländern der Welt die Ausbildung an Universitäten statt. In der österreichischen „Bildungspolitik“ aber herrschen andere Verhältnisse. Hierzulande geht es um Parteipolitik, nicht um Bildungspolitik. Noch immer kämpfen Parteisoldaten (und –innen!) für Pfründe, die sie nicht hergeben wollen. Während die ÖVP seit Jahrzehnten zu jeder Reform „njet“ sagt und das Gymnasium als seligemachende Förderung von Eliten erhalten will – wer ein Gymnasium besucht hat, kann darüber herzlich lachen – , betreibt die SPÖ einen Zick-Zack-Kurs, der die Zuschauer schwindlig macht. Gesamtschule, Neue Mittelschule, kooperative Hauptschule – die Namen sind so vielfältig wie das Geschehen unübersichtlich. Mit der Abberufung des neuen Ex-Rektors Elmar Märk zeigt die Ministerin, dass sie an konstruktiven Vorschlägen nicht interessiert ist. Das wird sich auf die Motivation der engagierten Beteiligten auswirken, selbstverständlich negativ. Die ÖVP darf der SPÖ „kommunistische Gangart“ vorwerfen und hoffen, dass man auf Bernd Schilcher vergisst. Der ist seit Jahrzehnten ein Befürworter der Gesamtschule und bekanntes Mitglied der ÖVP. Seine Meinung wurde in der ÖVP nicht einmal zur Kenntnis genommen. Irgendwie auch eine „kommunistische Gangart“. Wer immer sich von der SPÖ ein kleines Bildungsreförmchen erwartet hat, wird sich spätestens seit der Absetzung eines diskursfähigen Rektors mit Grausen abwenden. Das Ergebnis solcher Haltungen und Handlungen: Bildung geht vor die Hunde, die in dem Bereich Arbeitenden sind demotiviert und politische Parteien die Schmarotzer der Demokratie. Und die tatsächlich arbeitenden Politiker und...

Rotate Festival: KUNST MACHT RAUM...

Über die Rotunde am Rennweg habe ich meinen allerersten Beitrag auf provInnsbruck geschrieben – im Oktober 2010 war das, unser digitales Stadtgeflüster befand sich noch in der Aufbauphase. Ab kommendem Mittwoch startet das Rotate Festival und soll diese einzigartige Location mit audio-visueller Kunst, Konzerten und Performances aus dem Dornröschenschlaf reißen.   Das Programm und Informationen über die beteiligten KünstlerInnen findet ihr unter rotate.autark-net.org/. Die einzelnen Acts klingen sehr interessant, allerdings wird nicht alles verraten – Überraschungen sind also Teil des Konzepts.   Das Rotate Festival will, so erklärt einer der Organisatoren in der Tiroler Tageszeitung, „einen neuen Blick auf das ungenutzte Areal ermöglichen, es unter dem Vorzeichen der Urbanität umkodieren, sein Potenzial offenlegen“.   Ein bisschen enttäuschend finde ich, dass in der Rotunde selbst nichts passiert – wegen sicherheitstechnischer Bedenken wird die ehemalige Station der Hungerburgbahn zum Zentrum des Festivals; nur die Fassade der Rotunde wird durch Videoprojektionen scheinbar zum Rotieren gebracht.   Diese Einschränkung kann man den VeranstalterInnen sicher nicht vorwerfen, zeigt aber genau das Problem auf: Die Rotunde und die ehemalige Talstation unterliegen dem Denkmalschutz und seit Jahren wird hier nichts getan. Ideen gibt es zuhauf, vom Tanztempel bis zur Skatehalle reichen die Vorschläge. Allesamt haben sie nur eines gemeinsam: Sie würden eine Stange Geld kosten. Genau deshalb, werden beide Gebäude – Rotunde und Talstation – wohl schon übernächste Woche wieder für lange Zeit "einschlafen". Rotate Festival, 25.7. – 29.7.2012 A multi-day electronic music and arts festival in Innsbruck, Austria. Rotate Festival is located at a vacant complex in the centre of Innsbruck, Austria: A former home of a cyclorama painting entitled Rotunda and a vacant valley-station. The Festival is using the complex as a temporary stage for concerts, performances and an exhibition spread over 5 days....

Und schon wieder …...

… wird was abgerissen. Ein zumindest von seiner Fassade her – die erst vor wenigen Jahren erneuert  worden sein dürfte – noch intakt und bewohnbar scheinendes  Haus fällt dem Abrissbagger anheim.   Kürzlich erst wurde in diesem Forum über das Problem des Bauschutts und seiner Endlagerung debattiert. Klar,wohin mit all dem Bauschutt, man kann ihn nicht einfach in Luft auflösen. Und wer A sagt, muss eben auch B sagen. Soweit, so klar. Die Frage ist daher eben auch dieselbe, die sich jeder von uns stellen muss: Muss ich mir alle paar Jahre einen neuen Computer kaufen, ein neues Auto, eine neue Stereoanlage, ein neues Handy oder eben ein neues Haus bauen?   Wobei jetzt nichts gegen städtebauliche Veränderung gesagt sein soll, und mir im konkreten Fall des Abrisses des Hauses in der Erlerstraße auch die informellen Hintergründe fehlen. Aber irritierend ist es doch, wie da ein nicht gerade als abstoßende Bauruine in der Gegend stehendes Haus, mit noch ziemlich neuer Fassade einfach abgerissen wird. Hoffen wir wenigstens, auf einen neuen schönen Bau in dieser städtebaulichen  Kampfzone....

Der Sturm ums Wasserglas...

Der Sommer ist da und diverse Sommerlöcher wollen gefüllt werden. Ein heißer Kandidat für das Sommerthema 2012 ist die Frage, ob Leitungswasser in der Gastronomie etwas kosten darf oder das "Glasl Wasser" gratis sein sollte.   Die Diskussion ist nicht neu, wird aber immer wieder heftig geführt. Die WirtInnen führen ins Treffen, Wasser sei keineswegs gratis, außerdem müssten sie ja das Personal bezahlen und das Glas anschließend wieder reinigen. Die Gäste sind wenig erfreut und verweisen auf die an sich schon hohen Preise für Speis und Trank.   Dabei hängt es wohl vom indivduellen Stadtpunkt – vor oder hinter der Theke – ab, welche Argumentation man überzeugender findet. Persönlich finde ich es nur okay, zu kassieren, wenn der Gast nur ein Glas Wasser bestellt. Natürlich wäre es ein tolles Angebot, wenn Wasser auch in solchen Fällen gratis wäre – beispielsweise für Menschen mit geringem Einkommen und Jugendliche. Ich würde solche Lokale auch lieber besuchen und weiterempfehlen – aber ich verstehe die WirtInnen, die ja auch Geld verdienen müssen.   Wofür ich kein Verständnis habe, sind Lokale, die Leitungswasser zusätzlich zu konsumierten Getränken und Speisen berechnen. Wer für ein großes Bier oder einen Verlängerten drei Euro oder mehr – in Innsbruck inzwischen leider Standardpreise! – verlangt und mir dann auch noch ein Glas Leitungswasser berechnet, hat mich zum letzen Mal gesehen.   Hier ein TT-Artikel, der einige Meinungen zum Thema – vom Stanglwirt bis zur Arbeiterkammer – zusammenfasst.   Würde mich interessieren, wie ihr zu dieser Frage steht – wenn ihr Lust habt kommentiert den Beitrag einfach!   Foto von Roger McLassus /...

Blickwechsel

Im Tiroler Landesmuseum findet zur Zeit eine sehr interessante Sommerausstellung statt. BLICKWECHSEL heißt sie und beschäftigt sich mit dem Thema Landschaft zwischen Berührung und Idylle. Und umfasst den Zeitraum von teilweise knapp nach der vorigen Jahrhundertwende bis in die Gegenwart.   Thema dabei ist die Landschaft und vor allem die Stadt, und wie sich die Auffassung darüber in der Kunstgeschichte im Zeitraum etwa ab Ende des Ersten Weltkrieges und der Zwischenkriegszeit bis in die Gegenwart herauf, durchgesetzt hat, und die unter der Bezeichnung NEUEN SACHLICHKEIT oder MAGISCHER REALISMUS bekannt ist.   Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich bei den Malern – Malerinnen sind in der Ausstellung leider kaum vertreten, ein Umstand, der aber wahrscheinlich weniger den Ausstellungsmachern als vielmehr dem Fehlen von Künstlerinnen in diesem Zeitraum geschuldet sein dürfte – ein Hang zu einem sachlichen Blick, weg von allem Mystifizierenden und künstlich Überspannten oder Idealisierten über und zugleich auch eine Faszination für die neue Technik, die allerdings von manchen Malern auch sehr zwiespältig gesehen wurde.   Es war nicht nur Faszination, die sie bei manchen auslöste, sondern eben auch Furcht vor ihren Folgen, besonders unter dem Eindruck des gerade erst überstandenen Ersten Weltkrieges. Hauptsächlich österreichischer Maler aus dieser Zeit sind in der Ausstellung vertreten: So etwa Rudolf Wacker, Franz Radziwill, Franz Sedlacek, Anton Lehmden, Max Peintner, um nur die bekanntesten Namen zu nennen. Aber auch Tiroler Vertreter dieser Epoche sind mit interessanten Werken präsent, so etwa Ernst Nepo, Rudolf Lehnert, Alphons Schnegg und noch viele andere,. deren Namen heute einem größeren Kreis kaum mehr .bekannt sein dürfte, deren Werk aber durchaus einer Betrachtung lohnt.   Anhand eine historischen Rückblickes auf die Vorläufer zeigt die Ausstellung, mittels Texttafeln, die nicht zu viel aber auch nicht zu wenig informieren – sowie...

ANBRUGGEN – Alt-Innsbruck neu entdeckt...

Im Sommer schieben sich die TouristInnen in Hundertschaften durch Innsbruck – Herren und Damen aus fast allen Teilen der Erde flanieren und fotografieren, was das Zeug hält. Allerdings konzentrieren sich die touristischen Massen auf einige wenige Hotspots in der Altstadt, der Ma-Thesi und am Bergisel.   Dem Tourismusverband wäre es recht, würde sich seine Kundschaft noch weiter in die Stadt wagen. Schließlich hat Innsbruck noch mehr zu bieten als Goldenes Dachl, Kaufhaus Tyrol und die Sprungschanze und die Touris würden auf Wanderschaft wohl auch ein bisschen mehr Geld ausgeben.   Ganz hoch im Kurs für die Erweiterung steht dabei Anbruggen, nördlich des Inns, das im Volksmund immer noch den illustren Spitznamen Koatlackn trägt. Früher flossen hier nämlich bei starkem Regen die Abwässer zusammen; in Zukunft sollen die TouristInnen hier zusammenströmen.   Für mich gehört Anbruggen zu den schönsten Teilen von Innsbruck, der Waltherpark ist ein wunderschöner Flecken und in der Innstraße und der Höttinger Gasse haben sich in den letzten Jahren einige tolle Lokale angesiedelt – das Kostnix, the early bird und das ModeCafé Taminda, um nur einige zu nennen.   Seit kurzem zeigt das Team um die stattSTUBE, was am nördlichen Innufer alles möglich ist – mit ein bissl Glück mausert sich hier ein kreatives Viertel, wo Stadtgeschichte, ehemals dörfliche Strukturen auf neue Ideen und Kulturen treffen. Die Touris kommen dann ganz von alleine und bringen ein bisschen globalen Flair rein. Innsbruck kann mehr – es braucht nur den Mut für Horizonterweiterung und Entspießerung!    Foto von www.facebook.com/Innsbruck Linktipp:...

Auswärtsspiel der BIKEREI...

Die Bäckerei befindet sich in der verdienten Sommerpause also macht sich die Bikerei, Innsbrucks offene Radlwerkstatt, auf die Räder und startet ein Auswärtsspiel in der stattSTUBE.   Wer kleinere Radl-Reparaturen vorzunehmen hat und auf fachkundige Hilfe vor Ort setzt, ist in der Bikerei genau richtig. Werkzeug ist da und wenn man nett fragt, sind hilfsbereite Hände auch nicht weit. Gestartet wird ab 18 Uhr und (wenns trocken bleibt) wird bis um circa 10 gewerkelt. Livemusik kommt von Tree of Ténéré – siehe vorheriger Artikel.   Das Foto stammt vom letzten Auswärtsspiel der Bikerei im Integrationshaus und zeigt das Prinzip ganz gut: Machs selbst, lass dir helfen und wenn du es gut kannst, hilf anderen – Solidarität wirkt und macht sogar Spaß: Einfach ein super Konzept!  ...

Tree of Ténéré @ stattSTUBE...

Heute Abend um 20:00 Uhr wird die stattSTUBE von Tree of Ténéré beschallt. Eingeladen sind alle, die Freude an Livemusik haben, der Eintritt ist frei! Tree of Ténéré ist eine noch recht neue Band, lässt aber durch einen ganz speziellen und eigenständigen Sound aufhorchen – ihre Stilrichtung ist Postrock, sie schaffen eine sehr intensive Klangatmosphäre, die Einflüsse und musikalische Vorbilder auf gekonnte Weise miteinander vereint.   Bei hoffentlich warmen Wetter ist die stattSTUBE, direkt am Inn, der perfekte Ort, um einen lauen Sommerabend mit Musik zu genießen.   Tree of Ténéré – von dieser Band wird und will man bestimmt noch mehr hören!  ...