Das Hemd

Georg widmete sich wieder seiner Gedankenkopfarbeit und stellte sich die Frage, wie es denn wohl wäre, wenn uns das wenige, das uns im Leben bleibt, auch noch verloren ginge. Was bliebe dann noch? Was bliebe denn wirklich? Und Georg wusste, dass er diese Frage morgen seinem Freund Peter beim, wie jeden Tag gemeinsam eingenommenen, Mittagessen stellen würde. Und auch Peter wird darauf keine Antwort wissen, so wie dieser heute schon auf eine ähnliche Frage keine Antwort gewusst hatte.   Aber das machte nichts, das machte gar nichts. Die Frage blieb trotzdem hochaktuell, einfach weil sie immer aktuell war. Georg aber dachte und konnte kein Ende zu seinen Gedanken finden. Bis der Geisterfahrer wieder von der Fahrbahn seiner Gedanken war, und er so wieder seine Arbeit fortsetzen konnte. Er ließ die Frage jetzt einfach fallen, dort wo sie hingehörte, und schon schoss die Sekretärin in sein Büro herein und warf ihm einen Stoß eng beschriebenen Papiers auf den etwas zu aufwendig dekorierten Schreibtisch, was Georg mit einem graziösen Lächeln quittierte. Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit. Und die Sekretärin war schon wieder verschwunden und er begann mit dem Kugelschreiber kleine Zeichen auf die bedruckten und beschriebenen Seiten zu machen. So wie kleine Vogelscheiße sah das aus, war es aber nicht, war nur ein ganz kleines Exkrement aus dem Kugelschreiber. Ansuchen und Gesuche um Erholungen und Urlaube. Von draußen drang zärtliche Musik herein, dazu gesellte sich Kindergeschrei und Straßenlärm, wohl dosiert und nicht im Geringsten störend, so dass sich Georg in vollkommenster Konzentration an seine Arbeit machen konnte. Noch einmal alles zu ordnen, es besser zu ordnen. Nie war ihm die Ordnung genug. Immer fehlte noch ein Stückchen zu ihrer Perfektion, während die Sekretärin die Blumen goss. Die großen und die kleinen,...

Fällt die Ampel aus?

Gestern, am 24. Mai 2012, wurde die Gemeinderatssitzung abgebrochen, weil wichtige Informationen verspätet verschickt wurden. Nach den Turbulenzen um die Wahl des Vizebürgermeisters ist das schon die zweite Panne der neuen Ampelkoalition.   Die ÖVP, die sich ausgebootet fühlt und in Fundamentalopposition befindet, freut das natürlich: Durch einen Formalfehler ergingen die Informationen zur Ressortverteilung verspätet, die Beschlüsse wäre somit rechtlich anfechtbar geworden – nach heftigen Diskussionen und Unterbrechungen wurde die Sitzung schließlich abgebrochen.   Selbstverständlich handelt es sich dabei um parteipolitische Taktik, schließlich war die Ressortverteilung schon letzte Woche aus verschiedenen Medien zu erfahren. Ebenso selbstverständlich wird die ÖVP alles tun, um die Ampel zum Blinken und – wenn möglich – zum Totalausfall zu bringen.   Am Dienstag wird eine neue Sitzung stattfinden – ungewiss, ob dabei alles glatt geht. Die Stimmung ist jedenfalls aufgeheizt und die ÖVP wird weiterhin jeden Formalfehler genüsslich ausnützen. Das kann man einer Oppositionspartei auch nicht weiter verübeln, umso wichtiger ist es, dass die FI-Grüne-SPÖ-Ampel endlich durchstartet.   Auch wenn ich kein „Schwarzer“ bin, noch jemals ÖVP gewählt habe, frage ich mich, ob eine Viererkoalition (mit der ÖVP) nicht vielleicht doch die bessere Option gewesen wäre: Besieht man sich die Qualität unseres politischen Personals, wäre eine „Konzentration“sregierung dringend anzuraten. Auch sind sieben „Köpfe“ besser als fünf und zwei im Schmollwinkel. Allerdings hat sich die ÖVP ja selbst durch taktische Spielchen um die Größe des Stadtsenats aus dem Spiel genommen. Die Ampel ist somit zum Erfolg verdammt und die Bevölkerung erwartet, dass die PolitikerInnen aller Parteien endlich vom Wahlkampf- in den Arbeitsmodus wechseln.   Foto:     Raenmaen/wikipedia  ...

Land begegnet Stadt auch in der Kunst...

Zur Zeit läuft in der Neuen Galerie der Tiroler Künstlerschaft in der Hofburg ine interessante – und wie ich meine – auch sehr sinnliche Ausstellung, wo ebenfalls ländliche Luft geschnuppert werden kann. Erich Ruprechter stellt dort aus Holz herausgeschnitzte Kuhteile – eigentlich die Hintern derselbigen – aus.       Dazu auch deren Produkte – nämmlich Milch – nicht geschnitzt sondern nur in einer wohlgeformten Schale   Aber nicht nur optisch wird man hier in das Landleben erinnert, auch der Geruch eines Kuhstalles macht sich im Ausstellungsraum breit. Und vermittelt einem so ein wenig das Gefühl, mitten auf dem Lande zu sein. Und das in der Hofburg! Neben Erich Ruprechter stellt noch die Malerin Inge von Reusner Bilder aus. In realistischer Manier beschäftigt sie sich mit dem Thema des Alterns und ihr gelingen dabei auch sehr gut getroffene Porträts. Die Ausstellung läuft unter dem Titel OPEN SPACE und zeigt neue Positionen von Mitgliedern der Tiroler Künsterschaft, und läuft nur kurze Zeit, und zwar noch bis Samstag, 26. 5. 2012. Ein Besuch lohnt sich! kuenstlerschaft.at/kue/index.php  ...

Tierschutz geht uns alle an...

Der Verein LIFE veranstaltet Vorträge, Workshops, Infostände und kreative Projekte zu den Themen Tierschutz und Tierrechte – vorrangig an der Universität Innsbruck. Interessierte zu informieren und auf das Leid der Tier und mögliche Gegenstrategien aufmerksam zu machen, sind Ziele des Vereins.   Am kommenden Donnerstag, den 31. Mai, wird deshalb unter dem Titel Tierschutz für alle! eine Fortbildungsveranstaltung für Lehramtsstudierende, LehrerInnen sowie alle anderen Interessierten stattfinden. Veranstaltungsort ist der Hörsaal 5 (Innrain 52, „Geiwi-Turm“, Parterre) Beginn: 17:00 Uhr   Teil 1 – „Tierschutz für alle!“ (ca 1,5 Stunden) Tierschutz betrifft alle, auch in ihrer Disziplin – vom Philosophen bis zur Naturwissenschaftlerin: • Argumente PRO Mensch & Argumente PRO Tier – eine Zusammenstellung von Fakten aus verschiedensten Bereichen von Alltag & Wissenschaft • Projekt „Tierschutz im Unterricht“: TierschutzlehrerInnen-Seminar 2012 bzw. Einladung von TierschutzlehrerInnen in den Unterricht   Teil 2 – Gestaltung einer Tierschutzstunde bzw. Ethikstunde zum Thema Tierschutz (VU: 45 min) • Aufzeigen möglicher fächerübergreifender Themenbereiche und Projekte (Wirtschaftsethik, Medizinethik, Bioethik etc.; Projekt mit PH, CH, ETH, BIO, Sport, Sprachen etc.), Fragen und Erfahrungsaustausch • Spezifische Themen der Tierausbeutung, z. B. Massentierhaltung, Jagd, Tierversuche, Heimtiere, Zirkus & Zoo, Klimawandel, Umweltverschmutzung durch Massentierhaltung, Massentierhaltung weltweit + anthropogener Klimawandel, Massentierhaltung und Welthunger etc., Tierrechte • Termine, die sich für ALLE Lehrenden in JEDEM Fach anbieten, da tagesaktuell und situationsspezifisch, in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Bildungsziel: Welttierschutztag 4. Oktober, Welttierversuchstag 24. April (bzw. Welttierversuchswoche 17. – 24. April)   Zur Vortragenden: Dr. Katharina Wirnitzer Tierschutzlehrerin Buchautorin, Sportwissenschaftlerin, Lehrerin für Physik, Sport & Ethik Vortragende für Tierethik auf den Pädagogischen Hochschulen Tirol & Salzburg Tirolerin mit Herz 2011, ausgezeichnet für ihr internationales Engagement im Tierschutz – Referendum zum EU-Parlament zur Begrenzung von Tiertransporten auf maximal 8 Stunden Nominiert für den Bundestierschutzpreis 2012 in zwei verschiedenen...

hibla: die Stadt-Land-schaft am Sparkassenplatz...

Ein kleiner, aber aufsehenerregender Garten ist seit 22. Mai am Sparkassenplatz zu sehen. Das Projekt "hiblas" holt ein Stück Landschaftskultur in den urbanen Raum und verbindet dabei bäuerliche Arbeitsweise und Stadtentwicklung.   Im Rahmen des Wahlmoduls ‚Stadt und Landschaft‘ am Institut für Städtebau und Raumplanung planten die Studenten Thomas Bodner und Paul Walder einen Pavillon aus ‚Hiblas. ‚Hiblas‘ oder Heureiter sind einfache Holzkonstruktionen, die Bäuerinnen und Bauern früher zum Trocknen von Gräsern eingesetzt haben. Bergwiesen aus der näheren Umgebung ergänzen das Gsamtbild des Pavillions.   Als dekorative Gartenelemente verwendet das Team unter anderem ‚heibolln‘ vor, das sind kleine Hochdruckballen aus Heu, die gepresst werden, um das Heu platzsparend zu lagern. Meine erste Assoziation war die einer begrünten Dornenkrone, die Installation wirkt befremdlich und unwirklich. Was mir sehr gefällt, sind die unterschiedlichen Materialen – besonders Heu und Holz – durch die auch der Geruchs- und Tastsinn angesprochen werden.   Das Siegerprojekt aus einem Wettbewerb für Landschaftsarchitekten wird von 22. Mai bis 20. Juni 2012 am Sparkassenplatz gezeigt. Mehr Infos auf...

Hunds(gemein)

oder … sind nicht alle Café-Böden in Innsbruck hundefreundlich?   Da wandere ich an einem Sonntag-Morgen (oder eher Mittag – ihr wisst wie das Empfinden an Sonntagen so ist) durch die Gassen Innsbrucks, um mir ein feines Frühstück zu gönnen. Doch wo ist es bequem und vor allem – dem Kater entsprechend – ruhig?   Natürlich hätte ich am Vortag daran denken können, mich mit Handsemmeln, Wurst und einem selbst gemachten Müsli eindecken können, doch nach einer harten Arbeitswoche isst man gerne auswärts, vor allem, wenn man Alleinstehend ist – da schmeckt es im Getümmel des Lebens einfach wesentlich besser und wer sagt schon gerne bei einem Mich-Selbst-Rendezvous schon gerne ab? Worauf ich jedoch nicht verzichten wollte war die Gesellschaft meines Pupu-Dogs Tiffany – schließlich hat sie noch nicht gelernt, alleine auf´s Klo zu gehen und ich schätze es, sie in meiner Nähe zu haben. So schleppe ich also dieses zu klein, aber zu dick geratene Hündchen durch die Gassen, damit sie ihre dubiosen Geschäfte erledigen und mit anderen Menschen flirten kann. Während auf dem Weg so manches "Nein!", "Aus!" und "Nix vom Boden fressen!" meinen Gedankengang nach einer geeigneten Frühstücks-Lokalität unterbrachen, schleuderte sich ein ganz spezieller Café-Name in mein Hirn. ‚Hm … ja hier habe ich ja schon lange nicht mehr gefrühstückt,‘ denke ich bei mir und taumle mit einem ‚Jam, jam jam …‘ durch die Universitätsstraße. Wasser – oder eigentlich Speichel – läuft in meinem Mund zusammen … An so einem schwülen Tag sollte man eher draußen sitzen, nur strömten zu dieser Zeit etliche Touristen durch die Innenstadt, um das erzeit mit Plastik und Holzverschlägen verhüllte Goldene Dachl zu bestaunen und Bilder zu schießen, um zu dokumentieren ‚Ich war dabei!‘. Der bereits entleerte Pupu-Dog und ich beschlossen...

Franz Schuh @ Bäckerei

Die Freude ist groß, denn Franz Schuh liest am heutigen Mittwoch in der Bäckerei. Der Schriftsteller und Essayist wird sein neues, vielgelobtes Buch „Der Krückenkaktus“ vorstellen.   Franz Schuh, geboren 1947, lebt in Wien. Studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und Kolumnist. Franz Schuh ist Essayist, Philosoph, Krimifachmann und glänzender Interpret eigener Texte. Er gehört zu den wichtigsten österreichischen Schriftstellern.   Webvideo Franz Schuh liest aus „Der Krückenkaktus“   Unabhängig von Moden und Genres stehen in seinem neuen Buch „Der Krückenkaktus“ Erzählungen neben Essays und Gedichten, die der Frage des moralischen Urteilens und der Frage, was „gut“ ist, nachgehen. In einem Essay über Thomas Mann und Robert Musil werden beispielsweise Größenverhältnisse thematisiert. Schuh hat den „Krückenkaktus“ im Wiener Allgemeinen Krankenhaus gesehen. Er wurde ihm zum Symbol für die praktische Veranlagung von Menschen, fand aber ebenso Parallelen zu seiner eigenen Arbeit. Kurzweilig, nachdenklich, überraschend: Franz Schuh, einer der luzidesten Denker der Gegenwart, erzählt von großen Geistern, kleinen Beobachtungen und ewigen Themen.   Franz Schuh liest aus „Der Krückenkaktus“ Mittwoch 23. Mai 2012 ab 20 Uhr in der Bäckerei Dreiheiligenstraße 21a   GedankenFORM – FORUM für gewitze Denker. Eine Denk(würdige) Lesereihe veranstaltet von 8ungKultur & Der Bäckerei.   Foto: Manfred Werner...

Music and the city (Vol. 36, Teil 2)...

Das Hugo Wolf Quartett gastierte im Rahmen von „Musik+“ im Haller Kurhaus. Und lieferte ein Konzert, das gegensätzlicher nicht hätte sein können.   Die Bemerkung von einem mitgekommenen Kollegen hätte nicht treffender sein können, wenn er angemerkt hat, wie hochkulturell, groß- und bildungsbürgerlich das Publikum nach wie vor auf Konzerten sei, die „Neue Musik“ thematisierten. Interessanterweise geht es dabei, und auch das sollte der Abend noch zeigen, nicht immer um die Neuheit in der Musik, um die Innoviation oder den Fortschritt, sondern auch um die Rezeption und Perzeption von an sich kanonisierter Musik, die letztlich zwar nicht in ihrem revolutionären Gehalt durch ebendiese Kanonisierung „stillgelegt“ worden ist, aber doch deutlich an Sprengkraft und Provokation eingebüßt hat – was wiederum nichts mehr der Musik selbst zu tun hat, sondern mit der Lese- und Interpretationsweise. Auch die innovativste Musik wird brav, wenn sie das Publikum „falsch“ liest.   Die Falle… Das Hugo Wolf Quartet gab sich redlich Mühe, dieser prekären Situation zu entkommen und tappte dabei letztlich wieder in genau die Falle, die man immer umschiffen sollte und es dabei vielleicht auch gar nicht kann, wenn man es mit einem Umfeld zu tun hat, das sich „Hochkultur“ erwartet, E- und U-Musik klar trennt und auch mal, wenn es sein muss, klar feststellt, dass man hier doch auf keinem Pop-Konzert sei und man doch nicht dauernd Fotos machen muss. Unausgesprochen ist dabei gemeint und dabei nicht nur zwischen den Zeilen sondern explizit eine Aussage getroffen die Exklusion meint und diese performativ vollzieht, wenn man nicht an der richtigen Stelle klatscht. Der Diskurs über die Musik tritt in den Hintergrund, wenn nur das Verhalten das richtig ist. Dementensprechend scheut man sich auch nicht davor, in den Pausen in den Musikgesprächen zu dillettieren. Interesse und Kenntnis vortäuschen...

Unternehmerisch und erschöpft?...

Wie zuletzt im April berichtet, organisiert das Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck in Kooperation mit der AK, dem ÖGB sowie dem AMS-Tirol eine spannende Veranstaltungsreihe rund um das Thema Arbeit.   Heutiges Referat: Der Lohn der Angst. Zur Normalisierung von Prekarität Das Referat beschäftigt sich mit Folge- und Begleiterscheinungen von Unternehmenswandel im neuen Geiste des Kapitalismus aus der Sicht der Arbeitnehmer_innen.   Flexibilisierung, Mobilisierung, Intensivierung und Effizienzsteigerung durch Projektmanagement etc. spiegeln eine Unternehmenskultur, die den traditionellen Statuskontrakt zwischen Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen, wie man es in Anlehnung an Max Weber formulieren kann, sukzessive durch einen reinen Zweckkontrakt ersetzt, bei dem der Tauschwert des vom Arbeitnehmer verkörperten Humankapitals ohne Ansehen der Person taxiert und dadurch kommodifiziert wird.   Dass sich dieses neue Regime in einer fundamentalen Verunsicherung insbesondere der weniger marktfähigen und –gängigen Arbeitnehmer_innen niederschlägt und diesen das Gefühl von Angst und Ohnmacht mehr und mehr zum dauerhaften Begleiter wird, lässt sich auf dem Wege verstehender Gesellschaftsdiagnose sehr eindringlich nachvollziehen, während es im Spiegel massenstatistischer Daten zu Struktur und Wandel der Arbeitswelt einer „Gesellschaft ohne Eigenschaften“ verblasst. Präsentiert werden Befunde aus mehreren soziologischen Studien zum Prozess der Prekarisierung von Arbeit und Alltagsleben. Vortragender: Franz Schultheis (Universität St.Gallen) Koreferat:René Schindler(ÖGB, Bundessekretär für Recht und Soziales) Wann: Dienstag, 22. Mai 2012 Beginn: 19.00 Uhr Wo: Großer Saal der Arbeitskammer Tirol Maximilianstraße 7 6020 Innsbruck Weitere Informationen:  ...

Studiengebühren an der Uni Innsbruck?...

An den Universitäten fehlt es an allen Ecken und Enden: Überfüllte Lehrveranstaltungen, Streichungen und Stellenabbau stehen auf der Tagesordnung. PolitikerInnen betonen in Sonntagsreden zwar unisono den Wert der Bildung, lassen die Unis finanziell allerdings im Regen stehen.   Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ließ den Universitäten ausrichten, sie könnten doch Studiengebühren einheben. Da sie formal autonom sind, muss jede einzelne Uni das selbst entscheiden. Am Donnerstag wird der Senat der Uni Innsbruck darüber beraten – man hofft auf zusätzliche Einnahmen von 2,5 Millionen Euro für das kommende Wintersemester 2012/13.   Wahrscheinlich wird am Donnerstag noch kein Beschluss gefasst. Trotzdem wird die ÖH Innsbruck am Donnerstag, den 24. Mai ab 12:30, eine Kundgebung am Vorplatz vor der Hauptuniversität (Christoph-Propst-Platz / Innrain 52) abhalten: Die Studierenden informieren über die aktuelle Rechtslage, es gibt es verschiedene Redebeiträge und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Neben Musik wird es ein Open Mic (frei zugängliches Mikrophon) geben, das die Studierenden nutzen können, um ihre Anliegen vorzutragen.   Ob die Universitäten wirklich autonom Studiengebühren einheben dürfen, wird schließlich der Verfassungsgerichtshof entscheiden – das Universitätsgesetz trifft hierzu keine eindeutige Festlegung. Sogar wenn der VGH zustimmt, wird die Summe nicht mehr als den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein ausmachen. Außerdem bleibt fraglich, warum einem Land mit vergleichsweise niedriger AkademikerInnenquote keine besseren Methoden einfallen, als einen „Eintrittspreis“ für Universitätsstudien festzulegen....