Music and the city (Vol. 28) [Teil 1]...

Abseits der Trampelpfade in Innsbruck passiert in Schwaz, im Eremitage, demächst Wunderbares, das man sich nicht entgehen lassen sollte   Es passiert ja relativ selten, dass sich „Stars“ der Avant-Jazz Szene in das beschauliche Tirol verirren. Umso erstaunlicher ist es, wenn man erfährt, dass Saudades, die im idyllischen Buch bei Jenbach sitzen, fast sämtliche Größen dieser Szene als Booker unter Vertrag haben: angefangen bei Nels Cline, Tim Berne, John Zorn bis hin zu Peter Evans, der demnächst in der kleinen Stadt in Tirol auf der Bühne stehen wird.   Man darf sich also einstellen auf einen Abend mit Peter Evans (05.03. Eremitage) , der nicht nur Kennern der New Yorker Avant-Jazz-Szene als einer der wichtigsten Trompeter überhaupt gilt. Seine unglaubliche Kenntnis der Jazz-Geschichte in Verbindung mit einem unbedingten Hang zum musikalischen Abenteuer hebt ihn weit aus der Masse der sonstigen Musiker hervor. Evans kann in einem Moment fast schon lupenreinen Jazz spielen und Standards auf intensive Weise interpretieren, nur um sich dann im nächsten Augenblick auch schon wieder in wüste Klang-Kakophonien zu vertiefen, die einen verstört aber auch bereichert zurücklassen.   Evans ist ein Kenner und ein Abenteurer, ein Traditionalist und ein Avantgardist – und sein Peter Evans Quintet lässt diese vermeintlichen Widersprüche in ein komplexes Klangkunstwerk münden, das zwar Brüche kennt, aber letztlich doch homogen wirkt. Gestützt von Jim Black, einem der am freiesten spielenden Schlagzeuger den man finden wird und Sam Pluta, der für die Live-Electronics zuständig ist, wird man hier einen Abend genießen, der die Zukunft des Jazz skizziert: widerspenstig und eigenwillig, aber auch einladend und in der Tradition verhaftet, dieser aber weniger um jeden Preis treu, sondern aus dieser schöpfend, wie aus einem Wissensarchiv.   Matthew Shipp meinte einmal, dass man Jazz ja nicht mehr als Jazz...

Lambchop zu Gast in Innsbruck!...

Zuerst die gute Nachricht: Lambchop haben Ende Februar, um genau zu sein am Freitag den 24. 2012, ein neues Studioalbum vorgelegt.   Dann die bessere Nachricht: Es ist sehr gut geworden. Soll sogar mit dem legendären Album Is a woman, das vor 10 Jahren fast zum selben Datum erschienen ist, mithalten können.   Dann die beste Nachricht: Im Zuge der Europa-Tournee zum neuen Album gastieren Lambchop auch in Innsbruck. Und zwar schon bald: am 15. März dJ im Treibhaus!   Karten für diesen sicherlich lohnenswerten Konzertabend sind bereits im Treibhaus erhältlich – zum Preis von 18 €. An der Abendkasse werden die Tickets zu je 22 € erhältlich sein.   Als kleiner Vorgeschmack hier das Video zu Gone Tomorrow aus dem aktuellen Album.      Als Unterstützung hat das Kollektiv aus Nashville, Tennesse die Sängerin und Texterin Cortney Tidwell (ebenfalls Nashville, Tennesse) mit nach Innsbruck gebracht. Man darf also gespannt sein und sollte sich dieses Konzerthighlight des noch jungen Jahres nicht entgehen lassen!     Hier noch zwei Rezensionen zum aktuellen Album Mr. M: www.plattentests.de/rezi.php und pitchfork.com/reviews/albums/16221-lambchop-mr-m/.   Text: Andreas Steuxner...

Leider Geil

Leider Geil   Es tut mir Leid doch ich muss leider gestehen es gibt Dinge auf der Welt die sind – leider geil.   Jeden Morgen auf FM4 hör ich dasselbe Lied von ner Band aus Hamburg doch die Platte ist – leider geil   Die Band spielt live im Ötztal mit Moonbotica als special guest Hin zu kommen wird ne irre Qual doch dort zu sein ist – leider geil   Das Datum ist der Hammer der 20. März ist ein Dienstag haben die keine Arbeit doch die Band dort im Ötztal ist – leider geil   Die Raika hat ne Ermäßigung aber nur für Members was soll man dazu sagen auch ohne was zu sparen die Band ist – leider...

Uraufführung: Miss Flapper und ihr Neffe...

Für Donnerstag, den 01. März 2012, kündigen sich in der Kulturbackstube dynamische Differenzen zwischen den Generationen an. ProvInnsbrucks pädagogisch wertvolle Empfehlung: Geht hin, staunt und findet Gefallen daran, die Kontinuitäten und Brüche der eigenen Biografie zumindest ein Stück weit hinter euch zu lassen.   „Weil Familie immer Streit ist. Da kommt keiner raus.“ Die Rolle der Lulu ist der fabelhaften Helga Jud auf den Leib geschrieben. Zielsicher tollpatschig treibt sie ihren Neffen vor sich her – und umgekehrt.   Lulu kommt aus einer Zeit, in der Frauen selbstsicher ihre neu erkämpfte Autonomie ergriffen und auszogen, ihr Leben zu leben. Liegt diese Zeit hundert Jahre zurück, oder zwanzig – oder ist sie hier und jetzt…? Wurden die Ideale von einst längst verraten? Überraschend muss ihr Neffe erkennen, dass es nicht nur eine Lulu gibt…   Regie: Wolfgang Jäger, Text: Martin Kolozs, Kostüm/Bühne: Judith F.M. Moser Es spielen: Helga Jud und Hanno Waldner   Die Bäckerei Dreiheiligenstraße 21a 6020 Innsbruck   Eintritt: 14 EUR / 12 EUR Reservierungen unter: 0660/3531733 Kontakt: miss.flapper@gmx.at   Weitere Informationen: http://www.diebaeckerei.at/programm.html?no_cache=1...

Die Hosen kommen!

Dass Die Toten Hosen heuer ihr 30-jähriges Bandjubiläum feiern, erinnert uns daran, dass wir eben auch nicht jünger werden. Sensationell allerdings: Sie spielen im Mai in der Innsbrucker Dogana – Punkgott, wir danken dir!   Das Konzert findet am 28. Mai 2012 statt und war bereits nach wenigen Stunden ausverkauft. Für die Glücklichen, die ein Ticket ergattern konnten, und alle Fans der Hosen gibt es noch das superschräge Video von Walkampf.   Foto von Ugryz / cc auf...

29. Februar – (auch) ein Kulturtag...

Der 29. Februar ist ein besonderer Tag, der nur alle vier Jahre im Kalender aufscheint. Vielleicht ein geeignetes Datum, um darüber nachzudenken, was uns wirklich wichtig ist. Sicher auch ein Tag, um Kultur zu erleben – unmittelbar und kostenlos.   Marlene Streeruwitz ist eine österreichische Schriftstellerin, die durch ihren Sprachstil und ihre thematische Vielfalt gleichermaßen beeindruckt. Für ihre Werke erhielt sie zahlreiche Auszeihnungen, ebenso ist sie eine wichtige Stimme gegen Repression und Unrecht.   Am Mittwoch, 29. Februar,  liest Marlene Streeruwitz im Literaturhaus am Inn aus ihrem neuen Roman Die Schmerzmacherin (Fischer). Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.   Ebenfalls am Mittwoch lockt das MOLEcafé in die Bäckerei. Der freudige Anlass: Die siebte Ausgabe der MOLE wird präsentiert, musikalisch untermalt wird der Abend mit LatinOriente, Divan Tulip und DJ Soundknecht – ebenfalls bei freiem Eintritt.   Und für Nachteulen und FilmfreundInnen spielt der Cinematograph um 22.55 Uhr CLERKS / Die Ladenhüter – ein Kultfilm mit Mitlachgarantie. Das kostet ein Kinoticket, ist den Spaß aber sicher wert! Übrigens spielt Clerks nur noch am 29.2. und ein letztes Mal am 31. März 2012.   Foto...

Aus Allerweltsstadt kommt doch noch Weltmusik...

Mal abgesehen von dubiosen ORF-Castingshows scheinen ja die Austrostars und Sternchen nicht unbedingt aus Tirol zu kommen. Bei den Jungs nebstbei ist das aber ein bisschen anders. Bensh ist aus Innsbruck, begab sich auf eine musikalische Weltreise und kam mit feinsten Klängen retour, oder besser gesagt: reist mit Streichelenheiten fürs Trommelfell in die verschiedensten Ecken der Welt. Der nächste Stop wird eine Überseetournee, danach können wir nur auf einen baldigen Besuch in der Provinnz hoffen.   Musikalisch bewegen sich Bensh zwischen Indie, Noisepop und psychedelic Rock. Aber mal weg von den Soundschubladen, in meinen Ohren zwingen mich die Jungs einfach zum allein durchs Zimmer tanzen. Eine schrecklich gute Kombination aus melodischer gute Laune, rythmischer Gemütlichkeit und lyrischer Melancholie.   Bensh ist wohl einer der erfolgreichsten österreichischen Interpreten des letzten Jahres. Nicht nur FM4 hat die Single Doubt vom neuen Album auf und ab gespielt, das Innsbrucker Trio hat es auch mit dem Track How come Nao in die Radios geschafft und zwar über die Alpenrepublik hinaus. Das man von den Jungs aber noch mehr hören wird zeigt uns die Nominierung für den diesjährigen Amadeus-Award.   Nebenbei bemerkt gibt es auch auf provinnsbruck ein wunderfeines Interview mit Bensh und zwar hier....

Unterricht in Machtfragen...

Das BogenTheater im Viaduktbogen 32 hat sich mit großem Theater auf kleinem Raum bereits einen Namen gemacht. Die Unterrichtsstunde von Eugène Ionesco verspricht nicht nur einen kurzweiligen Theaterabend, sondern zeigt – wenngleich ironisch verfremdet – die dunkelsten Seiten der schwarzen Pädagogik.   Ein Professor empfängt seine neue Studentin zum Privatunterricht. Das anfangs noch optimistische Mädchen wird im Laufe der Stunde immer konfuser und zuletzt apathisch, weil der ursprünglich verunsichert wirkende Lehrmeister sie immer aggressiver behandelt. Am Ende eskaliert die Situation vollends.   Ionescos Einakter ist auch eine Parabel auf Machtverhältnisse und autoritäre Erziehung – ein Pflichtprogramm nicht nur für alle LehrerInnen und SchülerInnen.   Weitere Aufführungen sind am 2., 3., 9., 16. und 23. März. Weitere Infos unter bogentheater.at/index.php....

Anti-ACTA Teil 2: Wir bleiben dran!...

Heute zogen wieder hunderte DemonstrantInnen durch die Innsbrucker Innenstadt, um gegen ACTA  zu protestieren. Interessant, dass die politisch angeblich so desinteressierte Jugend den größten Anteil an diesen Demonstrationen hat.   In nur wenigen Wochen ist es gelungen, einen Geheimvertrag zwischen Konzernen und "hoher Politik" zum Thema einer internationalen Öffentlichkeit zu machen. Kreativer Protest und Vernetzung machen es möglich: Power to the People!   Foto: Christian...

Innsbruck, bist du das?

«Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.» (Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 10)...