Die musikalische Laufbahn des Unterländers Charles Guilty...

Seit ich denken kann, waren Charles und seine Brüder anders als die anderen im Ort. Immer schon waren sie quirlig, kreativ. Ihr Haus galt seit jeher als Kunstkommune, in der sich Leute aus der Gegend zu ‚Sessions‘ zusammenfanden. Da ich zum Zeitpunkt des Höhepunkts ihrer Kultpartys allerdings noch zu jung war, kreuzten sich meine mit ihren Wegen erst später im Ballettstudio, als sie zu unserem Stangentraining live musizierten, an Trommeln und Didgeridoos. Bei den Sub Area DJ Nights war Charles auch meist zugegen, die alte Gerberei bot ihm mit verschiedensten Bandprojekten selbst auch eine Plattform. Weiters begegnete ich ihm öfters im Café Rainer, das Ort etlicher, von meinem Vater, dem Deutschlehrer Jochen, veranstalteter Lesungen war. (Es war im Rainer, wo ich als Pre-Teen der Erika Pluhar einen Blumenstrauß überreichte, an der Seite von Köhlmeier dem Gespräch lauschte und von, neben einigen anderen, H.C.Artmann sowie Gert Jonke begeistert war.)   Auf der Dachterrasse vom Café Rainer traf ich mich nun mit Charles zu einem Gespräch, wie man hier sagt zu einem „Hoangascht“, über seine musikalische Laufbahn bis jetzt und wie er sich seine Zukunft zusammenzuschustern im Sinn hat. In Schwarz von Kopf bis Fuß sitzt C.G. auf einem Schattenplatz. Schon seit vielen Jahren umgibt ihn eine gewisse schwarze Aura. Als ich noch ein Teenager war, tummelten sich in den Lokalitäten noch mehr Grufties, diese Szene hat sich meines Wissens mehr und mehr aufgelöst, doch Charles blieb der Szene treu, zumindest nach außen hin. In ihm drinnen, sowie in seinem Musikstudio experimentiert er mit unterschiedlichsten Musiken. Dazu nun genaueres …   Charles‘ erste Band gründete er mit seinem Bruder und einigen Kumpels aus der Clique, sie nannten sich „Waxatoti“, die Charles, seinen Blick von seiner „Tuschtn“ (Torte), zu mir, zum Huber-Bräu-Turm schwenkend, als...

Annja Krautgasser „Aufruf zum Casting“...

Ab dem 16. September 2011 zeigt das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Annja Krautgasser – „I can´t stand the quiet“. Zum Auftakt der Ausstellung ruft die Künstlerin zu einem öffentlichen Casting, am 3. September 2011 von 11 bis 17 Uhr haben Amateure die Gelegenheit, ein Tanzszene zu interpretieren und so selbst ein „Teil der Kunst“ werden. Noch bis zum 2. September – 10 Uhr läuft die Anmeldefrist für das Casting. Ab dem 16. September 2011 zeigt Annja Krautgasser im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ihre Ausstellung „I can´t stand the quiet!“ Die Ausstellung, welche in Zusammenarbeit mit dem kunstforum ferdinandeum und dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum durchgeführt wird, beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen im Gruppentanz. Als Auftakt zur Ausstellung lädt die Künstlerin am Samstag, dem 3. September 2011 zu einem öffentlichen Casting im Ferdinandeum ein. Gesucht werden LaiendarstellerInnen und AmateurtänzerInnen, die eine kurze Tanzszene aus dem Film Simple Men von Hal Hartley aus dem Jahr 1992 interpretieren. Das Casting ist Kunstintervention und Teil der Ausstellung zugleich. Mit dieser Aktion erweitert Krautgasser nicht nur die herkömmliche Ausstellungspraxis sondern zeigt auch dem musealen Ausstellungsbetrieb ein paar neue (Tanz-)Schritte und Wege, Kunst zu vermitteln. Das öffentliche Casting findet am Samstag, dem 3. September 2011, von 11 bis 17 Uhr, im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Museumsstraße 15, statt. Noch bis zum 2. September – 10 Uhr können sich Interessierte für das Casting anmelden. Nähere Informationen zu Anmeldung und Teilnahmebedingungen finden Sie hier: http://www.simple-men-dance.net oder auf der Homepage der Landesmuseen unter:...

Diva-Drama im Zillertal: Moretti spielt keine Rolle...

Nicht jedes dahergelaufene Drama verdient sich per se Aufmerksamkeit. Die Bundesregierung? Nö. Aber der Mut, ein Theaterfestival auf die Beine zustellen, ja, das verdient sich Aufmerksamkeit. Und weil sich das über-den-Tellerrand-schauen aus der Provinzhauptstadt Innsbruck in die vermeintliche Provinz – das hintere Zillertal – lohnt, wollen wir das an dieser Stelle tun: DIVA – so nennt sich das zwar nicht erste Zillertaler Theaterfestival (7. – 9.Oktober 2011, Tux-Lanersbach), aber auf jeden Fall jenes, das sich als vermutlich einziges solches in Mitteleuropa ganz und gar den Mono-Dramen widmet. Keine Sorge, es wird nicht so sein, dass Tobias Moretti Faust, Mephistopheles, Gretchen und Pudel samt dazugehörigen Kern spielt – und doch gibt es eine Parallele zu Goethes Faust: der Berliner Regisseur Reinhard Göber , der 2010 unter anderen den Urfaust am Tiroler Landestheater inszenierte, ist Trieb von DIVA. Feder ist Julia-Rosa Stöckl, die der geneigte Ösi-Cineast aus „In 3 Tagen bist du tot“, die hochverehrte Landestheater-Abonnentin aus oben beschriebener Urfaust-Inszenierung zu kennen gewogen ist. Mono-Dramen sind so ziemlich die größte Herausforderung, denen sich eine Schauspielerin oder ein Schauspieler stellen kann: einer der einkaufswütigen Menschenmenge ausgesetzten Kassierin eines Lebensmitteldiskonters gleich sehen auch sie sich ganz alleine ihrem Publikum ausgesetzt – nur besteht auch nicht die geringste Aussicht, dass zur Entlastung eine zweite Kasse geöffnet wird: kein konspirativer Kollege, der einem während eines Dialogs die Stichwörter liefert, kein Texthänger wird verziehen, keine Sekunde lang Rückzug oder Entspannung, in der eine andere Schauspielerin die Zuschauerblicke auf sich zieht. Bei der heurigen ersten Auflage von DIVA kommen fünf Mono-Dramen aus fünf Nationen zur Aufführung. Der Bogen wird dabei von „klassischem“ Theater über eine Leseperformance, einem Film bis hin zu einem non-verbalen Stück, „Leaving Ziller Valley“, gespannt. Die plots, der Name des Festivals ist Programm, drehen...