1. Mai – bist du dabei?...

In fast allen Ländern wird der 1. Mai gefeiert – Millionen von Menschen gehen jedes Jahr auf die Straße. Aber wofür steht der „Tag der Arbeit“ im Jahr 2011 eigentlich noch?   Seit 1890 wird der 1. Mai als Protest- und Gedenktag gefeiert. Schon am 1. Mai 1886 hatten Hunderttausende in den USA die Arbeit niedergelegt, um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen. In Chicago war es zu erbitterten Ausschreitungen gekommen; es gab mehrere Tote, darunter auch Polizisten. Sieben Arbeiter wurden in einem fragwürdigen Indizienprozess zum Tod verurteilt. Vier von ihnen starben am Galgen.   Worum geht es? Auch heute wird am 1. Mai an die Kämpfe und Errungenschaften der ArbeiterInnen erinnert: Bezahlter Urlaub, Pensions- und Krankenversicherung – all das ist weder vom Himmel gefallen noch der Güte der Industriemagnaten zu verdanken. Das Sozialsystem wird heute als selbstverständlich angesehen und viele der sozialen Errungenschaften werden langsam wieder abgeschafft.   Und in Innsbruck? Allerdings ist der 1. Mai heute längst nicht mehr nur der Festtag der „Arbeiterklasse“. Auch Erwerbslose, Menschen in Ausbildung, prekär Beschäftigte und Migrant(inn)en nutzen den Tag, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Auch in Innsbruck hat sich dieses Jahr wieder ein breites Bündnis unter dem Motto „1. Mai – Tag der internationalen Solidarität“ zusammengefunden.   Treffpunkt ist am Sonntag um 11 Uhr am Landhausplatz....

Bilder sagen mehr als 1000 Worte…...

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Dastehende Kunst

Endlich! Der Frühling ist da! Mit den ersten Blütenknospen treibt es auch langsam wieder mehr Touristen in die schöne Stadt am Inn. Nachdem Innsbruck zwischen Schisaison und Osterzeit kurz durchatmen durfte, füllen sich endlich wieder die Gassen und Plätze in der Altstadt.   Ein bisschen kann man sie schon verstehen, die Touristen, wenn vor jedem Wahrzeichen der Stadt, sei es Haus, Schild oder Skulptur, ein Familienfoto geschossen wird.  Das Goldene Dachl, die Annasäule, die Hofburg, so viele schöne Sachen an nahezu einer Stelle lädt schon ein bisschen ein, sich ein bisschen wie Sissi zu fühlen.    Doch zwischen all den Souvenirläden mit Schwarzwälder Kuckucksuhren und T-Shirts vom FC Wacker gibt es immer wieder die Orte, wo sich plötzlich  in kurzer Zeit alle Touristen um etwas scharen . Sicherlich, es könnte ein Spektakel sein, oder ein Straßenmusikant, doch seltsamerweise ist es etwas anderes, was die Innsbrucker Touristen in ihren Bann zieht:   Es ist die Silberne Dame.  Jene lebende Statue steht schon seit mehreren Jahren regelmäßig in der Fußgängerzone, stillschweigend auf einem Sockel, zu ihren Füßen in einem Körbchen ihr treuer Begleiter, ein Dackelmischling. Meistens hat dieser noch ein Tirolerhütchen auf oder eine Hundedecke mit Fellaufsatz an.  In solchen Momenten kann man sich wirklich fragen, was nun das faszinierende an dieser Figur ist. Während andere immerhin noch mit 3 Bällen und einem Bierglas auf der Nase jonglieren steht die Silberne Dame tagein tagaus auf ihrem Sockel und tut nichts. Lediglich wenn ein Taler in ein Körbchen fällt, beginnt sie schweigend lächelnd für einige Sekunden eine ebenfalls silberne Rose in ihrer Hand zu drehen und den Passanten Küsse zuzuwerfen, ehe sie wieder erstarrt.  Das Spiel wiederholt sie mehrere hundert Male am Tag, umringt von Touristen, die gebannt dieses Schauspiel betrachten.  Was...

Innsbruck liest „Mobbing“...

Heute Abend wird im ORF-Kulturhaus das diesjährige Innsbruck-liest-Buch vorgestellt. Die Jury dürfte eine gute Auswahl getroffen haben, handelt es sich bei „Mobbing“ der deutschen Autorin Annette Pehnt doch um einen Roman, der ein sehr aktuelles und wichtiges Thema abhandelt. In „Mobbing“ geht es um einen Mann, der in seiner Firma gemobbt wird, was sich schließlich auch auf sein Beziehungsleben auswirkt und zu seiner Kündigung führt. Mehr sei hier nicht verraten. Aber die Lektüre verspricht spannend zu werden. Wie auch der Reigen der Veranstaltungen mit der Autorin, der in Köln geborenen und in Freiburg im Breisgau lebenden Annette Pehnt, die schon einige Preise für ihr Werk bekommen hat – so unter anderem auch den Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettlesen 2002. Und nicht zuletzt auch noch ein großes Lob den Kulturverantwortlichen der Stadt Innsbruck für diese Idee, ein Gratisbuch unters Volk zu bringen und dabei nicht nur Schöngeistiges, das in den Regalen verstaubt, sondern durch die Auswahl der Bücher auch zeitkritische und brisante Themen zu vermitteln. Links http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Überblick/Kultur/KulturTirol/2630192-6/das-problem-am-küchentisch.csp http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Pehnt...

Music and the city (Vol. VIII)...

Musik für StadtbewohnerInnen muss Musik sein, die wahlweise einer Stadt entspricht, diese transzendiert oder dieser etwas entgegenzusetzen hat. Der Kolumnist hat sich dazu entschlossen, seine geliebte und gehasste Provinnsstadt dieses Mal nicht zu verlassen…   „Easy-Listening“…   …und sich stattdessen bevorzugt dem „Easy-Listening“ zu widmen und sich zu fragen, wie es sich mit dem wuchernden Werk von John Zorn und der Stadt verhält, in welcher er sich entschieden hat aufzuhalten, vielleicht auch länger zu bleiben. Das Schaffen von John Zorn, so viel muss vorausgeschickt werden, ist nicht zu überblicken, auch nach Jahren der intensiven Beschäftigung nicht, die beim Kolumnisten darüber hinaus auch noch weitestgehend aussteht. Will man sich mit John Zorn beschäftigen, einen großen Teil seines musikalischen Schaffens besitzen, sei es in MP3-Form, in Form von CDs, LPs usw. hat man sich eine Lebensaufgabe aufgebürdet, die einen finanziell, intellektuell und in seiner ganz grundsätzlichen Gesundheit ruinieren kann. Die Musik von Zorn ist, gelinde gesagt, sperrig, voller Brüche, jedoch niemals postmodern und/oder ironisierend. Auch wenn der Mann in einem seiner früheren Projekte „Naked City“ wüste Jazz/Rock/Noise Ausbrüche auf leichte Reggea und Ska-Rhythmen folgen lässt, dann ist das nicht ironisch gemeint, sondern eben bierernst. John Zorn ist, so könnte man sagen, sicherlich kein Mensch, der immer ein Witzchen auf den Lippen hat und mit dem man unbedingt gerne in der Nacht um die Häuser ziehen möchte.   Der junge Mann und die Stadt…   Seine Musik ist darüber hinaus Musik für Spaßbremsen, für Daheimbleiber, für bleichgesichtige Intellektuelle oder solche, die es noch werden möchte. Es kommt gut sich gänzlich in schwarz gewandet durch die Straßen Innsbrucks zu bewegen, sich zugleich von der neuesten Errungenschaft von Zorn („Interzone“) beschallen zu lassen. Die Stadt, die Leute, die Straßen, die vermeintliche Schönheit von Innsbruck, all...

Menschenrechtsmarsch gegen das Fremdenunrechtspaket...

Gestern, am Ostermontag, machte der in Bregenz gestartete Protestmarsch gegen das FremdenUnrechtspaket Halt in Innsbruck.   Organisiert unter anderem vom Verein ATIGF und der in Innsbruck aktiven "Plattform Bleiberecht"  wurde in mehreren Redebeiträgen vor rund 250 DemonstrationsteilnehmerInnen auf die schwerwiegenden Folgen der mittlerweile 7. Novellierung des Fremdenrechts (Asyl,- Fremdenpolizei,- Niederlassungs- und Aufenthalts- sowie des Staatsbürgerschaftsgesetzes) aufmerksam gemacht.   Noch am selben Tag zog der Protestmarsch weiter nach Wörgl, wo sich rund 300 Menschen an der Demonstration beteiligten.   Am kommenden Freitag, dem 29. April, soll das umstrittene Gesetzwerk vom Nationalrat beschlossen werden. Zahlreiche Organisationen und Institutionen warnten vor der Umsetzung.   Die Änderungen im Überblick  Zu den umstrittensten Änderungen gehören unter anderem die verschärfte "Mitwirkungspflicht", welche Menschen, die in Österreich um Asyl angesucht haben, dazu verpflichtet, sich 120 Stunden (erweiterbar auf 142 Stunden) im Erstaufnahmezentrum aufzuhalten, selbst wenn kein Behördenverkehr stattfindet.   Bei Verletzung dieser Mitwirkungspflicht – etwa um einen Rechtsbeistand aufzusuchen – droht die Verhängung der Schubhaft. Aber auch Änderungen im Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz sorgten in den letzten Monaten für erhebliche Kritik.   So müssen Familienangehörige, die ihren Verwandten nach Österreich folgen, ab dem 1. Juli 2011 bereits in der Heimat das A1 Sprachzertifikat erlangen. Auch die Verpflichtung, nach 5 Jahren Aufenthalt das B 1 Sprachzertifikat (Maturaniveau) nachweisen zu müssen, wird nicht gerade als integrationsfördernd gesehen.   Weiters wird kritisiert, dass bereits ab einer Verwaltungsübertretung ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen werden kann. Zu den Änderungen im Fremdenpolizeigesetz gehört die Ausweitung der Schubhaftzeiten auf 10 Monate innerhalb von 18 Monaten (vorher: 10 Monate innerhalb von 2 Jahren). Auch können weiterhin mündige Minderjährige bis zu zwei Monaten in Schubhaft genommen werden.   In der letzten Woche warnte das UNHCR in einer Presseaussendung eindringlich vor der Novelle. In den letzten Stunden des Innenausschusses wurde eine weitere lebensgefährdende Bestimmung...

Falsche Tonlage, Herr Federspiel...

Da hat der, der so gerne in Innsbruck die erste Geige spielen würde, sich wieder mal im Ton vergriffen: Vorspielen für Straßenmusikanten vor einer Art Kommission. Erst wenn es grünes Licht gibt, sollen die Straßenmusiker auftreten dürfen. Als Maßstab soll der Unterstufen-Abschluss der Musikschule gelten. So lautet der jüngste Geniestreich von Ordnung-ist-der-schwachsinnige-Bruder-von-Sicherheit-Gemeinderat Rudi Federspiel. Ich fordere: Ausweitung der Idee auf ganz Österreich – mit der Konsequenz: Auftrittsverbot von Hansi Hinterseer. Soll er es lieber beim Namen nennen, der Herr Gemeinderat: die musizierenden Roma passen ihm nicht in sein touristisches Weltbild für...

Erster Freeze-Flashmob für Gartenzwerge...

Am Freitag fand Innsbrucks erster Flashmob für GartenzwergInnen statt. Gina Garden-Gnome lud über Facebook alle ihre ZwergenfreundInnen ein, an einem Freeze-Flashmob um 18.00 in der Rathausgalerie teilzunehmen. Weil es den kleinen Leuten so viel Spaß machte, zogen sie danach weiter in die Altstadt vors Goldene Dachl. Danach probierten sie den Flüsterbogen aus und veranstalteten ein „Sit-In“ am Zebrastreifen vor der der Hofkirche. Diese waghalsige Aktion kostete einen der Zwerge fast das Leben, da ein Busfahrer wenig Verständnis für die Aktion übrig hatte. Doch er kam mit leichten Schrammen davon (siehe Video). Erste Station Rathausgallerie.   Zweite Station Altstadt.        Zwerge beim Flüsterbogen.   Da hat sich ja jemand dazugeschmuggelt.   Und hier noch ein Bild von der letzten Station....

Ohne behördlichen Befähigungsnachweis ka Musi?...

Straßenmusik gehört zum urbanen Flair einfach dazu. In Innsbruck wird jetzt ernsthaft darüber diskutiert, die Qualität der musikalischen Darbietungen behördlich überprüfen zu lassen.   Diese Idee kommt von Gemeinderat Rudolf Federspiel, der für seine Law-and-Order-Ansichten bekannt ist. Federspiel hat schon ein Kopfgeld auf Graffitisprayer/innen ausgesetzt und fordert eine Stadtpolizei, um der „Drogenszene“ Herr zu werden.   Sein Antrag, den er gemeinsam mit Ex-FPÖ-Mandatar Christian Haager eingebracht hat, verlangt, dass sich Straßenmusiker/innen einer Eignungsprüfung unterziehen müssen. Nur wer musikalisch mindestens auf Musikschulabschluss-Niveau spielt, darf dann im öffentlichen Raum trällern und bzw. oder klimpern.   Straßenmusik in Innsbruck Dabei ist Straßenmusik in Innsbruck schon jetzt stark reglementiert: So braucht es eine amtliche Bescheinigung und mindestens jede halben Stunde muss der Standort gewechselt werden. Außerdem darf nur von 9:30 bis 21 Uhr musiziert werden – und das ohne Schlaginstrumente, Dudelsack und Verstärker. An Sonntagen und während der Zeit des Christkindlmarktes ist Straßenmusik generell verboten.   Ob der sympathische junge Mann auf dem Foto eine solche Prüfung bestehen würde, wage ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls sang er sehr eindringlich und hatte nichts dagegen, für ein Foto zu posieren. Warum muss eigentlich alles immer bis ins letzte Detail überprüft und reglementiert werden? Vielleicht überlegen es sich die Damen und Herren im Stadtsenat nochmals und bedenken die alte Volksweisheit: „Wo man singt, da lass dich nieder. Böse Menschen kennen keine Lieder.“   Links www.krone.at/Tirol/Strassenmusikanten_sollen_am_Magistrat_vorspielen_muessen-Falsche_Toene-Story-258477...

Lokalcheck: Tiroler Volkskunstmuseum...

Kultur? Der Lokalchecker stand vor einem Problem. Woher jetzt schnell Kultur „hernehmen“ – es ist Wochenende, Vormittag und Lokalcheckers bessere Hälfte will Unterhaltung – gehobener Natur. Also, dann wirds wohl nix mit dem Bergisel. Ein Moment der Verzweiflung, dann eine großartige Idee: Wieso nicht ins Volkskunstmuseum!   Da hat es der Lokalchecker dann nicht mehr weit zu den Strudeln von Kröll. Und überhaupt: Die Erinnerung an den letzten Besuch ist vollständig gelöscht – das war wohl etwa zu der Zeit der großen Gesangsplagiatoren. Dass sich wohl Einiges in der Zwischenzeit geändert hat, davon ist nach dem Umbau 2008/2009 auszugehen. Und in der Tat: Luzifer begrüßt den Besucher in einer modernen, schön dunklen und stimmungsvollen Szenerie. Einen Gespenster-Geschichten-Gestärkten kann das aber nicht schrecken. Dennoch: Da wurde ganze Arbeit geleistet – dieser Eindruck lässt sich auch später noch erhalten: Es werden Geschichten erzählt, die Ausstellung ist lebendig gestaltet und die Spannung bleibt erhalten. Sei es, dass man sich als Figur in einem Krippenspiel wiederfindet, sei es dass man in den begehbaren Tiroler Stuben in die Vergangenheit schnuppern kann – oder in die Gegenwart: In den rauchigen und dunklen Stuben fühlt sich der Lokalchecker verständlicher Weise zuhause.   Für ernsthaftere Naturen mag darüber hinaus auch die Studiensammlung interessant sein. Hier wurde freilich nicht umgebaut: Aber immerhin, natürliches Schulflair kommt auf. Weitere Ausstellungsbereiche, das „Pralle Jahr“, das „Prekäre Leben“ und „Schein und Sein“ können auch atmosphärisch und inhaltlich überzeugen – man lasse sich überraschen.   Fazit: Volkskunst auf modern ohne Substanzverlust – Spagat gelungen. P.S.: Das Kröll war natürlich gesteckt voll.   http://www.tiroler-volkskunstmuseum.at/html.php/de/volkskunstmuseum/das_volkskunstmuseum    ...