Was tun, wenn das Wetter wieder einmal kapriolt?...

Das fragt sich in den letzten Tagen wohl so mancher, der in Innsbruck abwechselnd mit Föhnschmerzen und Frostbeulen zu kämpfen hat. Fühlt euch angesprochen! Was tut ihr, wenn es in Innsbruck wiedermal so gar nicht nach skifahren oder wandern aussieht? Immer her mit den Anregungen! Mein Tipp lautet ja: Ab ins Kellertheater zu Juli Zehs „Der Kaktus“ (mit Johannes Nikolussi, Hans Danner, Florian Eisner, Sophie Prusa) http://www.kellertheater.at Danach bietet sich ein heißer Kakao, Tee oder Kaffe im nahe gelegenen Hokuspokus an. Oder verbringt doch einmal einen Nachmittag in eurer Lieblingsbuchhandlung und schmökert in Arno Schmidts Monumentalwerk Zettel’s Traum, welches nun endlich als gesetztes und gebundenes Buch beim Suhrkamp Verlag erschienen...

The Rocky Horror Show

Seit Herbst wird in den Innsbrucker Kammerspielen das Kult-Musical „The Rocky Horror Show“ aufgeführt. Die Inszenierung von Regisseurin Susi Weber und ihrem Team ist in Innsbruck so gut angenommen, dass im Oktober schon alle Vorstellungen bis Ende Februar ausverkauft waren. Im Jänner wurden deshalb 5 zusätzliche Termine für das Frühjahr angekündigt. Die Rocky Horror Show handelt vom jungen Paar Brad und Janet, die mitten in einem Unwetter eine Autopanne haben und deshalb in einem nahegelegenen Schloss um Hilfe bitten. Doch alles kommt anders als geplant. Anstatt den etwas naiven jungen Leuten ein Telefon zur Verfügung zu stellen, zieht sie der Hausherr, ein außerirdischer Transvestit, in sein kunterbuntes, teils witziges, teils dramatisches Treiben hinein. Das trashige Stück lässt klar erkennen, dass sich Autor Richard O’Brian Inspiration bei den Horrorfilmen der 50er und 60er Jahre, sowie Hollywood B-Movies und Science-Fiction-Filmen geholt hat. Die Musik ist eingängig und die Texte laden zum Mitsingen ein. Die Verfilmung von 1975 mit Susan Sarandon und Tim Curry sowie dem Sänger Meat Loaf als Eddie wurde ebenfalls zum Kult. Die Innsbrucker Aufführung kann mit hervorragenden SchauspielerInnen sowie mit einem gelungenen Bühnenbild, das sich schnell auf verschiedene Bedürfnisse des Stücks einrichten lässt, punkten. Vor allem Frank Roeder als Transvestit Dr. Frank N Furter und Stefan Riedl als Brad können sowohl schauspielerisch als auch stimmlich überzeugen. Die Inszenierung bezieht auch das Publikum mit ein: Die SchauspielerInnen laufen während der Vorstellung immer wieder im Zuschauerraum umher, quetschen sich durch die Sitzreihen oder bewerfen die ZuschauerInnen mit Reis. Doch eigentlich ist es Tradition bei diesem Musical, dass sich das Publikum mehr ins Stück einbringt. Die ZuschauerInnen kommen mit verschiedenen Utensilien bewaffnet als Charaktere des Stücks verkleidet in die Vorstellungen. Sie sprechen Sätze mit, werfen Dinge auf die Bühne oder halten...

Bikerei & Offene Radlwerkstatt...

In der Bäckerei, in der Dreiheiligenstrasse 21a, findet jeden Dienstag von 17:00 bin 21:00 die Bikerei, eine offene Radlwerkstatt statt. Bei gemütlicher Atmosphäre kann dort jedes Fahrrad auf Vordermann gebracht werden. Wer schon einmal ein Fahrrad repariert hat, weiss, dass einem dabei immer das richtige Werkzeug fehlt, dem kann jetzt Abhilfe geschaffen werden. Die Bikerei ist gut ausgestattet, außerdem repariert sichs unter netten hilfsbereiten Fahrradmaniacs einfach leichter als alleine zu Hause. Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es zur Bikerei Kaffee und Kuchen im Radcafé. Mehr Informationen unter: http://www.bikerei.org Text: Teresa Schnitzer Foto (Rad): Claudia...

NEWSBREAK Hofer tot! NEWSBREAK...

Skandal in Innsbruck! Ohne Wissen der Bevölkerung wurde der alljährliche Faschingsumzug vom Faschingsdienstag auf den gestrigen Sonntag vorverlegt. Oder war es gar kein Faschingsumzug und Tirol wurde heimtürkisch islamisiert...

Verdrängte Orte

Das Bekannteste liegt in Wien. Auch in Salzburg und Vorarlberg gibt es welche. Aber auch die Alpenmetropole Innsbruck unterhält im Polizeianhaltezentrum in der Kaiser-Jäger Straße einen Trakt für Schubhäftlinge. Seit dem Jahr 2006 ist der Verein Menschenrechte Österreich für die Betreuung von Schubhäftlingen zuständig. Viele Diskussionen gibt es um diesen Ort, direkt neben der SoWi, nicht. Liegt wohl mitunter daran, dass nur wenige Informationen aus dem PAZ (Polizeianhaltezentrum) an die Öffentlichkeit dringen. Doch sollte es die InnsbruckerInnen nicht interessieren wie viele Menschen in Schubhaft sitzen und ob es dort mit rechten Dingen zugeht? Bis 2005 lag die Betreuung noch in den Händen einiger idealistischer MenschenrechtlerInnen, die sich zur ARGE Schubhaft (jetzt Fluchtpunkt) formierten um sicherzustellen, dass Schubhäftlinge auch zu ihrem Recht kommen bzw. dass es nicht so leicht passieren kann, dass ihre Rechte übergangen werden. Falls jemand noch nicht weiß was Schubhaft ist, dem empfiehlt sich die kurze Lektüre unserer dritten B.A.M. – die auch ein Interview mit Herbert Auderer von Fluchtpunkt beinhaltet. Diese Kontrolle durch eine unabhängige Organisation ist seit dem Jahr 2005 nicht mehr gegeben. Zwar bezeichnet sich der “Verein- Menschenrechte Österreich” als private Hilfsorganisation, jedoch zeigt eine kurze Recherche, dass es diese Organisation mit der Unabhängigkeit von der Politik nicht so ernst nimmt (hier, oder auch das). Böse Zungen behaupten sogar der VMÖ ist der lange Arm des Innenministeriums. Dessen Chef, Günter Ecker, begleitet auch immer wieder einmal die Deportationen durch FRONTEX und gibt sich als “humanitärer Beobachter” dieser Flüge. Nun wissen wir, dass wir nicht viel wissen- doch was wir wissen, sollte unser Gewissen bezüglich unserer Verantwortung gegenüber den Betroffenen schärfen. Doch was wissen wir? 1. Keine Rechtsberatung in der Schubhaft (das war auch der Grund weshalb der Vertrag mit der ARGE Schubhaft nicht verlängert...

Look inn from the outside...

Den Bensh habe ich über einen Innsbrucker Ort kennen gelernt, also eigentlich übers Internet in Bezug auf einen Innsbrucker Ort. Jetzt schon vor ein paar Monaten war ich bei der Eröffnung des neuen Kulturortes „Die Bäckerei“. Begeistert von dem squattigen Touch der Lokalität – neben der Jukebox und dem eklektischen Möbelmix genoss ich es im zum Stuhl umgewandelten Einkaufswagen abzuhängen – addete ich „die Bäckerei“ als Friend auf Facebook. Und dann schickte mir Bensh, der auch im Dunstkreis der Bäckerei verkehrt und als Musiker kunstschafft, einen Friend Request. Dann hatte ich eines Tages eine Bensh-CD im Postkasten, die Bensh, ein klassischer Vagabund, auf der Durchreise, in Berlin aufgegeben hatte. Für meinen Homebaseblog, der, zu meiner Wanderlustpersönlichkeit passend, auch überall auf der Welt stattfindet, www.stylishkidsinriot.com, habe ich auf English über Bensh berichtet. Here a little taste: „Musician Benjamin Zombori was born in Innsbruck, Tyrol, Austria, within majestic mountains and soundcapes clashing between rocks. He decided to travel the world. He studied composition in the UK, he then went on a cultural exchange to Osaka, Japan. Now he is about to release his debut album “Clues”, which was recorded in the following parts of the world: in the UK, Japan, Iceland and Austria. (…)Traditional alpine sound meets shoegaze-rock meets catchy pop sounds that make you want to dance. The first single “Doubt” tells a tale of a boy wandering and doubting life. It is a delicately sounding song revolving around love and despair.” Zurück zur Gegenwart, hier ein paar Gedanken, die sich Bensh von außen (derzeit Wien) über Innsbruck gemacht hat: Christina Burger: Wie erscheint dir Innsbruck von außen? Bensh: Als kleine Stadt, viel kleiner als die Menschen die dort leben oft meinen, kleiner als sie mir damals erschienen ist. Ich...

INNSBRUCK, DU TOTE STADT...

Sperrstunden sind unbeliebt. Egal, ob es sich dabei um die viel zu frühe Vertreibung aus den Innsbrucker Gastgärten handelt, die Nahrungsaufnahme in der Alpenmetropole nach 24.00 Uhr beinahe zum Ding der Unmöglichkeit wird oder die Lichter im Lokal deines Vertrauens um Punkt 02.00 Uhr angehen. Im krassen Unterschied zur mundtoten Welt-statt-Innsbruck-Szene protestieren passionierte Ausgeh-Aktivist_innen und Wiener Partymacher_innen aktuell mittels audiovisueller Unterschriftenaktion gegen die Sperrstunden-Verordnung der Wiener Innenstadt: Dass ihr Unmut dabei ausgerechnet die konservativste aller Bezirksvorsteher_innen trifft, hat wohl mit dem Gegenteil von Sympathie zu tun. Mit Ursula Stenzels tatsächlichem Einfluss auf die Wiener Sperrstunden-Bestimmungen kann und wird es nicht viel zu tun haben, da diese in der Verantwortung des Bürgermeisters liegen. Wie die Ausweitung der Sperrstunden-Verordnung in Innsbruck erwirkt werden könnte, bleibt unserer Phantasie überlassen. Nur eines scheint sicher zu sein: Christine Oppitz-Plörer wird sich über subversive Aktionen mindestens ebenso sehr freuen wie Barbara Streisand über den Vergleich mit Ursula...

Lokalcheck: Stefans Brotmanufaktur...

„Stefans steht für Frische, hohe Qualität und gesunden Genuss“, zumal die Brotspezialitäten mit „handgemischten Teigen und nach alter Tradition im Holzofen hergestellt werden“ – dazu werden „frische saisonale Rohprodukten“ aus „unserer Region“ verwendet. Kein Wunder, dass es sich bei Stefans Brotmanufaktur um einen beliebten Treffpunkt ausländischer und einheimischer Gäste handelt. So heissts zumindest auf der Homepage. Klingt gut, denk ich mir, das muss gecheckt werden. Leider unter erschwerten Bedingungen: Ein etwas zu langes „Arbeitsessen“ vom ähem „Vortag“ steckt mir noch in den Knochen. Wird mir das Frühstück wieder die „Wadln füririchtn“? Erster Eindruck: Ich bin nicht der einzige in leidlichem Zustand. Zweiter Eindruck: Das Lokal ist in der Tat beliebt – der Tisch an dem ich jetzt (Samstag vormittag) sitze, ist durch pures Glück freigeworden. Zweiter Eindruck: Sehr schöne Einrichtung, ein gewisses künstlerisches Flair, viele junge Leute (was auch den ersten Eindruck erklären könnte) und – günstige Preise (das große Frühstück um 5,80 Eur). Ach ja: Den Holzofen gibts wirklich. Also Preis, Holzofen und beliebter Treffpunkt: CHECK. Ich darf mir meine zwei „Weckerln“, Marmelade und Butter selber holen – Käse und Schinken gibts von der Bar ausgehändigt. Das find ich gut. Zum Kern: Das Brot ist wirklich erstklassig – man schmeckt, dass es nicht von einer Massenbäckerei kommt. Frische, Qualität, Handegemacht: CHECK. Der Kaffee ist auch kräftig und gut. Ich gönne mir dazu noch eine Süßspeise (Nussschnecke) – ebenfalls lecker. Zum Ausgleich der Sünden muss hernach noch eine gesunde Suppe (täglich wechselnde Fünf-Elemente-Suppen nach chinesischer Heilkunst zu 4,50 Eur) herhalten: Eigentümlich im Geschmack, aber das ist wohl der Gesundheit und der Herkunft des Rezepts geschuldet. Die Sünden des Vortages erkläre ich jedenfalls damit für teilweise verbüßt, die Nussschnecke ist selbstverständlich auch vergeben. Die etwas später folgende Pizza (ebenfalls aus...

Polnische Kunst im Saggen...

Vielleicht kennt sie der oder die eine oder andere, die kleine Galerie Sandhofer in der Claudiastraße 10, die es immer wieder schafft, interessante polnische Künstlerinnen und Künstler einer kunstinteressierten Öffentlichkeit in Innsbruck näher zu bringen. Diesmal ist es die junge polnische Malerin Julita Malinowska, die noch bis 15. März 2011 die Räume der Galerie mit ihren feinen und luziden Bildern ausfüllt. Es sind realistische Bilder, die meistens Wasser, und darin Badende zum Inhalt haben, dabei ein klein wenig an David Hockney erinnernd, und von einer feinen Erotik. Junge Menschen in Badeanzügen bevölkern die Szenerie, stellen sich zur Schau und beäugen kritisch ihre Mitmenschen. Die Malerin sieht es als eine Art Theater der Eitelkeiten, des kritischen Einschätzens und Taxierens, wie wir es wahrscheinlich alle kennen. Eine kleine Comédie Humaine könnte man es vielleicht nennen....

Der neue Landhausplatz

Ein Spaziergang im Januar über den neuen Landhausplatz in Innsbruck hat mich überrascht. Er war frisch verschneit, ich war die einzige Fußgängerin, die den Weg abkürzend quer durcheilte. Und ich fand ihn unwirklich schön. Die weißen Hügel erweckten Erinnerungen an Spitzbergen. Gleichzeitig aber meldete sich sofort meine Ratio: „was nützt es nun, dass du das ästhetisch ansprechend findest, wer wird im Sommer auf dieser Betonwüste verweilen wollen…“ mahnte sie. Na, ich denke, das hat sich erledigt! Der Platz ist in Besitz genommen und wird nicht...